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Xing

Business-Netzwerk Firmenkunden sorgen bei Xing für Umsatz

Sharaf Maksumov / Shutterstock.com
Sharaf Maksumov / Shutterstock.com

Das Business-Netzwerk Xing steigerte im erste Halbjahr 2018 seinen Umsatz um 28 Prozent auf 110,5 Millionen Euro. Vor allem Firmenkunden trugen dazu bei.

Der Karrierenetzbetreiber Xing ist weiter auf Wachstumskurs. Umsatz und Ergebnis stiegen im ersten Halbjahr im zweistelligen Prozentbereich. Besonders stark legte das Geschäft mit Firmenkunden zu, das erstmals den größten Beitrag zum Gesamtumsatz leistete, wie der TecDax-Konzern am Montag in Hamburg mitteilte.

Der zunehmende Fachkräftemangel und die Digitalisierung führen zu einem Umdenken in den Personalabteilungen, was das Anwerben von Fachkräften angeht. "Unser Firmenkundengeschäft wächst derzeit besonders schnell, auch in Personalabteilungen gehört es mittlerweile dazu, eine Xing-Lizenz zu haben", sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Vollmoeller im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX.

So steigerte das Unternehmen von Januar bis Juni seinen Umsatz um 28 Prozent auf 110,5 Millionen Euro. Bereinigt um Zukäufe lag das Plus bei 21 Prozent. Dabei trug das Geschäft mit Firmenkunden knapp 50 Millionen Euro bei, ein Wachstum von 41 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich im Konzern um 18 Prozent auf 33,4 Millionen Euro. Unter dem Strich konnte Xing mit 15,4 Millionen Euro ein Fünftel mehr verdienen als im Vorjahr.

Das Firmenkundengeschäft baut Xing weiter aus. Nach der Übernahme der Recruiting-Plattform Prescreen hat das Management mit dem Zukauf von Asap nun eine weitere Zielgruppe ins Visier genommen: Die Freiberufler. Asap will Unternehmen eine standardisierte Lösung zur Verwaltung anbieten. Vollmoeller verspricht sich viel davon: "Wir sehen da einen stark wachsenden Markt. Wir haben bereits mehr als 400 000 Freiberufler auf unserer Plattform und sehen eine steigende Nachfrage - bei den Unternehmen und den Freelancern."

Geschäft mit Privatkunden

Auch das Geschäft mit Privatkunden wächst weiter, mit 18 Prozent Umsatzplus jedoch nicht ganz so stark. Die Zahl der Mitglieder stieg um knapp 1 Million auf 14,4 Millionen, die Zahl der zahlenden Mitglieder knackte im zweiten Quartal die Marke von 1 Million. Vollmoeller zeigte sich mit dieser Zahl "zufrieden", will in dem Bereich aber auch weiter wachsen.

Xing bleibt damit hierzulande Marktführer vor dem US-Anbieter Linkedin, der seine Geschäfte im deutschsprachigen Raum derzeit ausbaut und in Deutschland, Österreich und der Schweiz Ende Juni auf 12 Millionen Mitglieder kam. Xing halte den Wettbewerb seit Jahren auf Distanz, so Vollmoeller, der sich zuversichtlich zeigte, Marktführer zu bleiben. "Wir sind da sehr entspannt", kommentierte der Manager.

Jahresprognose bestätigt

Überhaupt sieht er den Konzern weiter auf Wachstumskurs, die Jahresprognose bestätigte er. "Wir wollen im laufenden Jahr um mehr als 20 Prozent wachsen." Dabei geht er davon aus, beim Ebitda den derzeitigen Konsens von rund 73 Millionen Euro zu erreichen. Bis 2020 strebt Xing weiterhin 300 Millionen Euro Umsatz und 100 Millionen Euro Ebitda an. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das erreichen", sagte Vollmoeller.

Auch weitere Zukäufe spielen eine Rolle, die Firmenkasse ist mit 80 Millionen bis 90 Millionen Euro gut gefüllt. Insgesamt könnte Xing nach Angaben Vollmoellers eine dreistelligen Millionenbetrag für Akquisitionen ausgeben. Größere Übernahmen sind jedoch nicht geplant. "Wir schauen weiter nach kleineren, ergänzenden Zukäufen und haben immer drei bis vier Firmen im Blick, insbesondere Start-ups."

Die Aktie gewann am Mittag um mehr als 4 Prozent auf 293 Euro und führte damit die Gewinnerliste im Tecdax an. Vom Tief von Anfang April bei 226,50 Euro bis zum Hoch Ende Juni bei 303 Euro hatten die Papiere um ein Drittel zugelegt auf den höchsten Kurs ihrer elfjährigen Börsengeschichte. Anschließend setzten Gewinnmitnahmen ein, der Kurs rutschte wieder bis auf 276,50 Euro ab.

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