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Neue Funktionen in Planung WhatsApp will E-Mail-Ersatz werden

Kann WhatsApp gefährlich für die E-Mail werden?

Shutterstock.com/Sybille Yates

Kann WhatsApp gefährlich für die E-Mail werden?

Shutterstock.com/Sybille Yates

Ambitionierte Pläne bei WhatsApp: Chef Jan Koum will seinen Messenger-Dienst zu einem Ersatz für die E-Mail ausbauen. Auch dem Chat-Dienst Slack hat die Facebook-Tochter den Kampf angesagt.

Die SMS hat WhatsApp weitgehend schon ersetzt, ist jetzt die E-Mail an der Reihe? Kein unrealistischer Gedanke, erst recht nicht, wenn man den Plänen des Messenger-Chefs Jan Koum glaubt. Wie er Focus-Journalist Holger Schmidt mitteilte, gibt es ganz konkrete Pläne, den Dienst zu einem Ersatz für die E-Mail auszubauen.

"Nutzer können heute schon PDF-Dateien per WhatsApp verschicken. Künftig werden wir weitere Dateiformate hinzufügen, auch für Mitarbeiter in Unternehmen, die Geschäftsdateien austauschen wollen", so Koum.

Erst vor wenigen Tagen führte WhatsApp eine Komplett-Verschlüsselung für alle ein, genauer die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch sind die Texte, Fotos, Videos oder Anrufe nur für die beteiligten Nutzer sichtbar - aber auch nicht mehr für WhatsApp selbst. Damit kann der Dienst die Inhalte auch nicht mehr an Sicherheitsbehörden weitergeben.

Das wiederum könnte nun für viele User ein Grund sein, WhatsApp als E-Mail-Alternative zu nutzen. Zwar lassen sich auch E-Mail technisch problemlos verschlüsseln, es ist aber vielen Anwendern in der Praxis zu umständlich. "Ich versende PDFs schon meist per WhatsApp. Das ist einfacher und sicherer als eine E-Mail-Adresse zu suchen und zu hoffen, dass die Nachricht nicht im Spam-Ordner landet", ergänzt dazu Koum.

Er will zudem auch bald neue Funktionen einführen, mit denen die Web-Anwendung erweitert wird. Damit lässt sich WhatsApp auf stationären Computern nutzen, was die Plattform wiederum attraktiver für Unternehmen machen soll. Die neue Offensive könnte nicht nur für gmx.de, web.de, Outlook und Co gefährlich sein, sondern langfristig auch für beliebte Chat-Dienste wie Slack.

Keine Gefahr durch Snapchat und keine VR

Dass WhatsApp selbst ersetzt werden könnte, etwa durch aktuelle Trend-Dienste wie Snapchat, glaubt Koum nicht. Es gebe kein Abflachen der Wachstumskurve seiner Nutzerzahlen aufgrund der enorm steigenden Popularität von Snapchat. "Unser Wachstum ist unverändert hoch, völlig unabhängig von Snapchat", betont Koum.

Snapchat führte jüngst zahlreiche neue Features wie Chat oder Telefonie ein. Darauf wolle man nun nicht hektisch reagieren und die App mit Funktionen überladen, erklärte der Chef der Facebook-Tochter. Allerdings denke WhatsApp darüber nach, die Beschränkung für die Broadcast-Funktion auf 256 Nutzer auf- oder anzuheben. Eine Entscheidung über die vor allem bei Medien beliebte Funktion sei aber noch nicht gefallen. Denn ein Broadcast-Tool sei WhatsApp eigentlich nicht.

Verzichten will Koum auch auf Anwendungen für Virtual-Reality-Brillen oder das iPad. "Wir bauen unsere Funktionen nur für Geräte, die Menschen mit sich herumtragen. Virtual-Reality-Brillen gehören nicht dazu, ebenso wie iPads. Viele Menschen fragen uns danach, aber wir machen das nicht. Niemand nimmt sein iPad mit, wenn er ins Kino oder zum Essen geht."

Wie praktisch WhatsApp sein kann, hat auch die Taxi-Branche erkannt: Um sich besser gegen Dienste wie MyTaxi und Uber zu behaupten, beschreitet die Genossenschaft neue digitale Wege. Künftig können Nutzer per WhatsApp ein Taxi bestellen.

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