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"Engage Prague" Unternehmen sollten Social-First-Strategie einschlagen

shutterstock.com/Johavel
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Geheimtipp "Engage Prague": Die Social-Marketing-Konferenz bot in diesem Jahr einen Mix aus Workshops, Vorträgen, Diskussionen. Kernaussage fast überall war, dass Unternehmen, die erfolgreich sein wollen, eine Social-Media-First-Strategie verfolgen müssen.

Am Anfang der Social-Marketing-Konferenz "Engage Prague" zeigte Jan Rezab, wie man richtig Druck macht auf die Sozialen Kanäle. Der Gründer und Chairman von Socialbakers rief in seiner Keynote die rund 600 Zuhörer im Saal dazu auf, ihren Facebook-Account zu öffnen und dann den Live-Stream unter ihren Freunden zu teilen. "Lasst uns aus den paar Hundert ein paar Tausend machen", so Rezab. Was funktionierte. #EngagePrague live hatte am Ende über 50.000 Aufrufe.

Es war der launige Auftakt zu einer Konferenz, die längst als Geheimtipp gilt. Seit nunmehr fünf Jahren veranstaltet Socialbakers den Kongress - einen Mix aus Workshops, Vorträgen, Diskussionen und der in der Digitalbranche üblichen Show-, Party- und Chill-Elementen. In diesem Jahr kamen über 1.000 Besucher aus rund 50 Ländern in das Forum Karlin. Angelockt wurden sie vor allem von den prominenten Speakern, wozu beispielsweise die Social Media- und Digital-Chefs von Unternehmen wie Nestlé, Pfizer, Pepsico, der Nasa, dem WWF oder Greenpeace zählten.

Analyse relevanter Trends

Inhalte gab es also reichlich. Jan Rezab sorgte zu Beginn mit einer Analyse relevanter Trends für die Einordnung. Rund vier Milliarden User bewegen sich inzwischen regelmäßig auf den diversen Social-Media-Kanälen. Die weltweiten Werbeeinnahmen hätten inzwischen die der Tageszeitungen überschritten. Alleine Facebook erlöse mit Werbung rund 35 Milliarden US-Dollar, demnächst vermutlich 40. Alle Social-Media-Kanäle hochgerechnet stünden kurz davor, ein 100-Milliarden-US-Dollar-Business zu werden.

Engage Prague

Der Gründer und Chairman von Socialbakers Jan Rezab auf der Engage Prague

Helmut van Rinsum

Angesichts dieser Zahlen sei die falsche Frage, ob man eine Digital-First- eingeschlagen müsse. Alles, so Rezab, deute auf eine Social-First-Strategie hin. Der Socialbakers-CEO lieferte auch eine Analyse, in welche Richtungen sich die größten Kanäle gerade entwickeln. Facebook, so Rezab, werde zunehmend News-Channel, Instagram Plattform für Celebrities. Und er belegte auch den Vormarsch der Bots anhand von Zahlen. Im Gaming-Bereich habe es jeder User bereits 18 Minuten täglich mit Bots zu tun. Angesichts der Zahlen warnte Pete Blackshaw davor, Social Media als Unternehmen nicht ernst zu nehmen. Ein zufriedener Kunde erzähle drei Bekannten davon, so der weltweite Digitalchef von Nestlé. Ein unzufriedener erzähle es dagegen 3.000 Usern.

Auch erheiternde Momente gab es auch reichlich. Vesselin Popov von der University of Cambridge zeigte, was passiert, wenn man Nutzer-Daten matcht. Das führt beispielsweise zu der Aussage, dass sehr intelligente Social-Media-Nutzer gerne Mozart hören. Und eher "dumme" gerne Harley Davidson fahren. Dazu passte dann die Feststellung von Tom Fishburne, dem Marketing-Cartoonisten, der mit seinen Zeichnungen jede Woche rund 100.000 Menschen erreicht: "Technology can’t save boring marketing."

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