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Online-Dating-Markt 2013 Mehr Liebesuchende, weniger Umsatz

Auch im Netz auf der Suche nach der Liebe

Fotolia.de/Syda Productions

Auch im Netz auf der Suche nach der Liebe

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Acht Millionen Deutsche surfen monatlich auf Online-Dating-Portalen. Dennoch sank der Gesamtumsatz der Branche 2013 um sieben Prozent auf 185,8 Millionen Euro. Besonders beliebt ist Social Dating.

Bei der Suche nach der Liebe haben sich Online-Portale wie Elitepartner, Friendscout24 oder Parship längst etabliert. Das zeigen auch aktuelle Zahlen des Branchenreports "Online-Dating-Markt 2013/2014" von singlebörsen-vergleich.de. Demnach entstehen heute über 30 Prozent aller Beziehungen online. Insgesamt gibt es inzwischen über 2.500 Singlebörsen, Partnervermittlungen, Singlechats, Seitensprung-Dienste, Sextreffs und ähnliches. Monatlich sind inzwischen über acht Millionen User in Deutschland auf Online-Dating-Portalen aktiv.  Weitere 3,5 Millionen suchen im Internet nach Sexkontakten. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich der Studie nach außerdem fast 100 Millionen Mitgliedschaften angesammelt - ein sehr großer Teil davon dürften allerdings Karteileichen sein.

Trotz der hohen Nutzerzahlen haben sich die Gewinne in der Branche seit 2002 erstmals spürbar verringert. Von 2003 bis 2011 hatte sich der Branchenumsatz in Deutschland mehr als verachtfacht und kletterte auf über 200 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden hingegen lediglich 185,8 Millionen Euro erzielt. Der Rückgang ist den Studienautoren nach vor allem auf den verbesserten Verbraucherschutz und ein qualifizierteres Nutzerverhalten zurückzuführen. "Die Gesetzgebung hat zum Beispiel mit dem 'Button-Lösung'-Gesetz klare Regeln gegen Abofallen aufgestellt", erklärt Henning Wiechers von singlebörsen-vergleich.de.

Social-Dating boomt

Die steigenden Nutzerzahlen erklären sich außerdem mit der steigenden Beliebtheit der neuen Social-Dating-Player wie Lovoo, Zoosk oder Jappy.  Sie sprechen auch die Generation der U-25-Jährigen an und setzen meistens auf Freemium-Preismodelle, bei denen die Nutzung grundsätzlich kostenlos möglich ist. Nur Zusatzfunktionen, bei denen es meist darum geht, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, verlangen nach einer geringen Investition.

Die neue Generation von Social-Dating-Plattformen ist zwar nutzerstärkstes Marktsegment, das Geld verdienen aber mit einem Umsatz-Marktanteil von 71,1 Prozent nach wie vor etablierte Player wie die Partnervermittlungen Parship oder FriendScout24. "Die gehobene Monatsgebühr fungiert hier als wichtiger Mechanismus, um unerwünschtes Klientel außen vor zu lassen. Das wissen die Partnersuchenden zu schätzen", so Wiechers.

Für die Plattform Friendscout24 ist die Zukunft derzeit ungewiss. Die Scout24-Gruppe steht offenbar kurz vor dem Verkauf ihrer Online-Partnerbörse . Der Fokus soll künftig stärker auf den Bereichen Immobilien und Auto liegen.

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