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Social Commerce Sosho startet erste Livestream-Shopping-Plattform

Sosho
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Patrice Bouédibéla, seine Fans nennen ihn kurz Patrice, ist seit seiner Zeit als MTV-Moderator ein Star - und inzwischen auch als Instagrammer erfolgreich. Er ist Host des neuen Livestream-Shopping-Formates Sosho, das am heutigen Mittwoch erstmals online gehen soll.

Live-Shopping ist in China bereits das ganz große Ding: Ein Influencer präsentiert in Echtzeit neue Produkte vor der Kamera, die Zielgruppe erfolgt die Show am Smartphone, kann sich mit dem Presenter und mit der Community austauschen und bei Bedarf natürlich auch gleich kaufen. Für Einfamilienhäuser und andere beratungsintensive Produkte ist dieses Format eher nichts, aber im vergangenen Jahr verkaufte am chinesischen Black Friday ein bis dato unbekannter L'Oreal-Influencer 150.000 Lippenstifte - in nur fünf Minuten. In Deutschland testen bereits Brands wie Tchibo und Douglas das Konzept.

Jetzt geht mit Sosho in Deutschland die nach eigenen Angaben erste Livestream-Shopping-Plattform online, bei der sich Marken beteiligen können. Unter yoursosho.de erwartet die Zuschauer eine aufwändig inszenierte Show, moderiert von MTV-Star Patrice (im Bild oben in der Mitte). Doch Patrices Part wird vor allem darin bestehen, die Gäste zu begrüßen und durch die Show zu führen. Für die Produktpräsentation zuständig ist dagegen ein Influencer, dessen Identität die Macher der Sendung noch nicht vorab verraten wollten.

Für kleinere und mittlere Brands

Sosho ist eine Gemeinschaftsaktion der Kreativagentur noga und dem Influencer-Marketing-Dienstleister Buzzbird. noga-Chef Stefan Amtmann (im Bild oben links) erklärt die Marktlücke für Sosho folgendermaßen: "Für kleinere und mittlere Brands ist der Weg zur Umsetzung von Live Shopping Shows bisher eher schwierig, da sie zum einen häufig keinen direkten Zugang zu Influencern haben. Zum anderen fallen für die die benötigten Software-Lösungen hohe Kosten an, gleichzeitig müssen Kapazitäten für die konzeptionelle und technische Umsetzung der Shows bereitgestellt werden. Um genau diese Lücke zu füllen, haben wir Sosho gegründet".

Benjamin Held (im Bild oben rechts) zeichnet als Creative Producer für Sosho verantwortlich und verspricht eine "Shoptainment-Show", in der die Customer Journey nicht unterbrochen wird: "Von der Produktvorstellung bis zum Button 'Kaufen' verbleiben die Zuschauer in der Show – alles läuft nahtlos." Geplant sind rund 45-minütige Shows, in denen es nicht nur um Entertainment gehen soll, sondern auch um gesellschaftlich relevante Aspekte der vorgestellten Produkte, beispielsweise deren Nachhaltigkeit.

Inwieweit es Sosho schaffen kann, sich in seiner Erzählweise von - oft unfreiwillig skurrilen - Shopping-TV-Sendungen abzusetzen, bleibt abzuwarten.

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