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Konjunktursorgen Ukraine-Krieg bremst Snapchats Werbegeschäft

Shuttestock/Ascannio
Shuttestock/Ascannio

Durch die Sorgen um wirtschaftliche Folgen des russischen Krieges in der Ukraine gerät das Werbegeschäft der Foto-App Snapchat unter Druck. Im vergangenen Quartal habe sich das Wachstum des Unternehmens verlangsamt, sagte der Chef der Mutterfirma Snap, Evan Spiegel.

Direkt nach dem russischen Einmarsch am 24. Februar hätten viele Werbekunden ihre Anzeigenkampagnen gestoppt, so Snaps Finanzchef Derek Andersen. Die meisten von ihnen seien zwar nach zehn Tagen wieder zurückgekommen - aber das Wachstumstempo habe sich im Jahresvergleich verlangsamt. Die Anzeigenkunden machten sich unter anderem Sorgen um geopolitische Risiken wegen des Krieges in der Ukraine, hieß es.

Achterbahnfahrt an der Börse

Snap verbuchte im ersten Quartal ein Umsatzplus von 38 Prozent auf 1,06 Milliarden US-Dollar (980 Millionen Euro). Unterm Strich gab es einen Verlust von 359,6 Millionen US-Dollar nach roten Zahlen von knapp 287 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer stieg binnen drei Monaten von 319 auf 332 Millionen.

Die Aktie ging nach der Zahlenvorlage im nachbörslichen Handel auf eine Achterbahn-Fahrt: Auf zunächst deutliche Kursverluste folgte ein Plus von zeitweise rund acht Prozent, wonach die Aktie wieder leicht ins Minus drehte. Analysten hatten unter anderem mit etwas mehr Umsatz gerechnet.

AR-Features

Snapchat war vor allem mit von alleine verschwindenden Bildern bekannt geworden, arbeitet inzwischen aber unter anderem daran, als Plattform für Shopping und Medieninhalte erfolgreich zu sein.

Insbesondere setzt Snap dabei auf die sogenannte erweiterte Realität (Augmented Reality, AR). Bei der Technologie werden digitale Inhalte auf dem Bildschirm in die echte Umgebung integriert. Snapchat lässt so zum Beispiel Schuhe oder Kosmetik virtuell ausprobieren - und nimmt Geld von den Unternehmen dafür. Auf verschiedene AR-Anwendungen griffen im Schnitt mehr als 250 Millionen Nutzer täglich zurück, sagte Spiegel.

Im laufenden Quartal liegt der Umsatz bisher um 30 Prozent über dem Vorjahreswert - Snap befürchtet aber weitere Kürzungen bei den Werbebudgets und prognostiziert für das Vierteljahr nur ein Plus von 20 bis 25 Prozent. Die Entwicklung des Geschäfts sei schwerer vorherzusagen denn je in jüngster Zeit, sagte Finanzchef Andersen.

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