INTERNET WORLD Logo Abo
Social Media Apps auf Smartphone

Monitoring Social Listening: Erkenntnisse über User und Wettbewerb

Shutterstock/TY Lim
Shutterstock/TY Lim

Social Listening ist nicht nur ein Fall für große Unternehmen, sondern auch für Mittelständler. Sie können damit Kundenwünsche frühzeitig identifizieren und Erkenntnisse über den Wettbewerb erhalten. Ein Interview mit Thomas Grünberg von Brandwatch.

Herr Grünberg, Menschen auf der ganzen Welt sprechen jeden Tag im Social Web über Marken und Unternehmen. Wissen Markenartikler, wie wichtig es ist, deshalb Social Media Listening zu betreiben?
Thomas Grünberg:
In unserer heutigen schnelllebigen Zeit, in der sich Verbraucherbedürfnisse jederzeit sehr dynamisch und drastisch ändern, ist es unabdingbar, nah am Kunden zu sein. Dabei kommt es eben auch darauf an, dort zu sein, wo der Kunde ist - und dies sind nun einmal in der heutigen Zeit vermehrt die digitalen Netzwerke. Viele Marketer haben bereits verstanden, dass ein Nicht-Zuhören sich unter Umständen negativ auf die Online-Reputation und somit auch auf ein ganzes Unternehmen auswirken kann.
 
Welche Erkenntnisse kann ein Unternehmen denn aus einem kontinuierlichen Monitoring der Social-Media-Kanäle ziehen?
Grünberg: Je nach Branche gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Social Listening. Die Beobachtung der Online-Reputation im Zeitverlauf und ein zeitgleiches Monitoring der Wettbewerber liefern zahlreiche Erkenntnisse über die derzeitigen, aber auch zukünftigen Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten. Aber auch ein Monitoring von ganzen Themenfeldern, wie zum Beispiel Umweltschutz und Nachhaltigkeit, können wichtige Insights und Daten für Geschäftsentscheidungen liefern.

Thomas Grünberg, Senior Marketing Manager Global Campaigns bei Brandwatch, ist auch Referent auf unserer Social Media Conference am 13. Oktober in Hamburg. Der Titel seines Vortrags: "Von Insights to Action: Data Driven Social Media Marketing".

Thomas Grünberg

Thomas Grünberg: Gefragt ist kurzer, knackiger Video-Content

Brandwatch

Mit dem Beobachten ist es nicht getan

Mit dem Beobachten der Kommentare alleine ist es also nicht getan…
Grünberg: Die Kommentarspalten der Unternehmensprofile und das direkte Markieren von Marken in Beiträgen geben nur einen kleinen Teil des Gesamtbildes wieder. Viel Online-Kommunikation findet auch außerhalb der Unternehmensprofile in Foren und weiteren Netzwerken, wie beispielsweise Reddit, statt. Gerade hier haben Unternehmen noch weniger Einfluss, bestimmte Beiträge zu kommentieren, sodass das Zuhören noch wichtiger wird. 

Ist das Social Listening nur ein Fall für Konzerne oder auch für Mittelständler?
Grünberg: Natürlich gibt es auf den ersten Blick oft mehr Daten und Online-Gespräche zu großen Konsumentenmarken, wie Adidas und Coca-Cola. Aber da durch die beschriebenen Use Cases auch viele Abteilungen im gesamten Unternehmen von Social Listening profitieren können, macht ein Einsatz auch für Mittelständler Sinn, denn auch das Monitoren von Wettbewerbern, Branchenthemen, der Arbeitgebermarke und Lieferketten findet immer mehr statt.
 
Welche Trends zeichnen sich aus Ihrer Sicht im Bereich Social Media derzeit ab?
Grünberg: Kurzer, knackiger Video Content ist derzeit nicht mehr wegzudenken. Vor allem durch TikTok und Instagram Reels haben Marken jetzt neue Möglichkeiten, einen Blick hinter die Kulissen zu geben und sich auf einer noch persönlicheren Ebene mit potenziellen Kunden auszutauschen und sie näher an das Geschehen heranzuholen. Hier gibt es noch viel Potenzial, neue Dinge auszuprobieren. Auch Podcasts liegen weiterhin im Trend und wir werden in nächster Zeit wahrscheinlich noch mehr neue Formate und Kooperationen sehen.

Das könnte Sie auch interessieren