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Daniel Verst, Instagram

"Viele kleine, stationäre Händler haben das Potenzial digitaler Kanäle erkannt"

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Egal ob Kleinunternehmer oder globale Marke - alle Firmen mit Business Account können die Instagram-Commerce-Produkte kostenfrei nutzen, erklärt Daniel Verst. Der Strategic Business Partner DACH bei Instagram gibt Händlern im Interview Tipps in Sachen Social Commerce.

Als Strategic Business Partner DACH unterstützt Daniel Verst Unternehmen jeder Größe in Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei, Instagram für ihre Marketing-Aktivitäten einzusetzen. Bevor Verst 2015 zu Instagram kam, verbrachte er einen Großteil seiner Karriere mit dem Gründen und der Leitung von E-Commerce Unternehmen. Zuvor war er bei Nokia und T-Mobile als strategischer Berater tätig. Im Interview erklärt er das Social-Commerce-Ökosystem von Instagram und gibt Händlern Tipps für eine eigene Commerce-Strategie.

Daniel Verst

Daniel Verst, Strategic Business Partner DACH bei Instagram

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Die "Reels" und "Shop" Tabs kommen in die Hauptnavigationsleiste des Startbildschirms - kann man also davon ausgehen, dass Instagram seine Zukunft im Bereich Video und im Commerce sieht? 

Daniel Verst: Eines unserer wichtigsten Ziele ist es nach wie vor, kleine und mittelständische Unternehmen bestmöglich zu unterstützen. Für viele Unternehmen war Instagram in den letzten Wochen und Monaten die einzige Möglichkeit Handel zu treiben. Gehen wir nach dem Feedback, das uns erreicht, möchte unsere Community die Möglichkeit haben, Produkte auf der Plattform zu entdecken, diese bei Interesse auch gleich zu kaufen und so gleichzeitig Brands zu unterstützen, die ihnen am Herzen liegen. Zudem ist die Anzahl von unterhaltsamen Videoinhalten auf Instagram spürbar angestiegen, das Interesse der Community wächst also auch in diesem Bereich enorm. 

 

Für welche Branchen und Händler eignen sich die Shoppingfunktionen auf Instagram besonders?


Daniel Verst: Egal ob Kleinunternehmer oder globale Marke - alle Unternehmen mit Business Account können die Instagram-Commerce-Produkte kostenfrei nutzen. Gerade in diesem Jahr haben viele kleinere, stationäre Händler das Potenzial digitaler Kanäle erkannt und verstanden, wie wichtig auch ein virtuelles Schaufenster sein kann. Das Spektrum erstreckt sich dabei von Fashion-, über Beauty- bis hin zu Interior- und Foodunternehmen. Sie alle können durch die Präsenz und Erreichbarkeit auf Instagram sowie von dem einfach zu erstellenden Shop profitieren.

 

Der neue Shop Tab in der Hauptnavigationsleiste soll Nutzern Inspirationshilfe geben. Beim Thema "Inspiration" fällt einem sofort Pinterest ein. Kommt man sich hier nun ins Gehege?

Verst: Instagram ist schon immer, aber vor allem jetzt, ein Ort, an dem sich Menschen aktiv nach Inspiration umschauen und den Kontakt zu spannenden Produkten und Unternehmen suchen. Wenn wir jetzt den Shop Tab in den Startbildschirm integrieren, dann gehen wir damit vor allem auf das Feedback unserer Community ein. Wir konzentrieren uns also eher darauf, wie wir die Nutzererfahrung auf unserer Plattform weiter verbessern können und weniger darauf, was andere machen. 

 

Was müssen Händler beim Start von Social Commerce auf IG zu beachten? Wie nutzt man die Funktionen am effektivsten?


Verst: Unternehmen können in nur wenigen, einfachen Schritten über den Commerce Manager einen kostenlosen Online Shop erstellen, auf den ihre Kunden dann über Facebook und Instagram zugreifen können. Dafür wählen sie ganz einfach die Produkte aus ihrem Produktkatalog aus und können ihren Shop zusätzlich auch mit Titelbildern und einem passenden Farbschema personalisieren. Innerhalb des Shops gibt es die Möglichkeit einzelne Kollektionen anzulegen, damit Kunden noch einfacher bestimmte Produktkategorien finden können. Brands können außerdem im Instagram Shop vorgestellt werden, indem Produkte mit Produkt-Tags versehen und Kollektionen ihrer Produkte in ihrem Shop auf Instagram erstellen. Das Fair Fashion Unternehmen Jan ‘n June legt ihre Produkte zum Beispiel in übersichtlichen Kollektionen wie "Sweats/Knits" und "Accessoires" an, um ihrer Community immer die neuesten Trends zu präsentieren. Auch Motel a Miio setzen auf Kollektionen und kategorisieren so ihre Produkte nach "Geschirr-Sets" und "Vasen & Karaffen". 

 

Was mache ich, wenn meine Zielgruppe noch nicht Social-Commerce-affin ist? Wie schaffe ich es, Nutzer davon zu überzeugen?

Verst: Unternehmen können ihre Community oder Zielgruppen am einfachsten an das Thema heranführen, indem sie in ihrer Kommunikation auf den Shop im Profil aufmerksam machen. Eine gute Option hierfür sind Shopping Tags, die man auf Instagram in Bildern, Videos, Stories und IGTV verwenden kann. Die Menschen werden dann über die Tags in Postings direkt in den IG Shop geführt, wo sie die Möglichkeit haben, mehr über die Produkte zu erfahren und sie direkt zu kaufen. Zusätzlich haben Unternehmen die Möglichkeit Collection Ads auszuspielen, um noch mehr Menschen zu erreichen. Die Collection Ads führen direkt in die Kollektionen im Instagram Shop einer Marke. 

 

Nach wie vor wartet Europa gespannt auf den Instagram Checkout: Gibt es hier Neuigkeiten?

Verst: Es gibt noch keinen offiziellen Zeitplan aber wir hoffen, dass wir Checkout im Laufe des Jahres 2021 auch außerhalb der USA etablieren können. Seit August diesen Jahres wird die Funktion flächendeckend für alle zugelassenen US-Unternehmen und Creator, die einen Shop auf Instagram besitzen, ausgerollt. Wir befinden uns also in einer fortgeschrittenen Phase der Tests.

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