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Bottlenose kanalisiert Social Media Feeds

Bottlenose kanalisiert Social Media Feeds Mehr Übersicht im sozialen Wirrwarr

Jede Sekunde tropfen neue Tweets der Follower-Schar in den eigenen Twitter-Account, andauernd poppen neue Statusupdates der Facebook-Freunde auf. Angesichts dieser Nachrichtenflut ist es nahezu unmöglich, ein einziges hochspannendes Thema über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Das Social Media Tool Bottlenose will mehr Ordnung in die Mitteilungsflut bringen.

Ein Twitteraccount, der mit ein paar Tausend Nutzern verknüpft ist, lässt sich eigentlich gar nicht mehr bändigen. Einzelne Nachrichten wahrzunehmen, ist dabei fast komplett ausgeschlossen, da sie so rasch sie auftauchen auch wieder verschwunden sind.

Hier wäre es hilfreich, wenn man vorübergehend nur einen Ausschnitt des gesamten Kontaktnetzwerks betrachten könnte und zugleich thematisch passende Nachrichten erhält, selbst wenn deren Urheber nicht zu den eigenen Kontakten gehört. Das macht Bottlenose möglich. So lassen sich beliebig viele Feeds zu einzelnen Themen anlegen, in denen alle passenden Beiträge aus Twitter und Facebook zugeordnet werden.

Damit ist es möglich, auch die Beiträge eines Users zu filtern. So lassen sich damit die News eines Nutzers zu den Themen Wordpress und Social Media verfolgen, während seine Kochtipps automatisch ausgeblendet werden.

Spielerei mit Nutzwert

Auch an ein grafisches Spielzeug haben die Entwickler gedacht: Auf einer „Sonar“ genannten, interaktiven Karte werden die Beziehungen zu Nutzern und Themen dargestellt. Dadurch lassen sich intuitiv weitere interessante Themenkreise entdecken. Zudem können automatische Antworten oder Alarme zu bestimmten Themen eingestellt werden. Darüber hinaus lassen sich weitere Prozesse automatisieren. So können beispielsweise via Twitter und Facebook hereinkommende Fotos automatisch in einem Dropbox-Account abgelegt werden.

Bottlenose will sich als Social-Media-Management-Plattform speziell für Poweruser wie Blogger und Social Media Manager etablieren. Dazu passt auch, dass das Unternehmen sich gegenüber Entwicklern sehr offen zeigt. Diese können Add-ons programmieren, die die Plattform um zahlreiche Tools erweitern. Dazu gehört beispielsweise ein Werkzeug, das automatisch bestimmte Wörter wie Flugzeug, Bier oder Computer durch entsprechende Icons ersetzt und auf diese Weise wertvolle Zeichen einspart. Ein anderes Add-on bereichert Bottlenose, um Übersichten zu verschiedenen Kennzahlen wie Zahl der Follower oder Tweets.

Offen für neue Entwicklungen

Die neueste Entwicklung ist eine Sprachanalyse, die es ermöglichen soll, sprachenübergreifend Themen zu verknüpfen, sagte Bottlenose-Mitgründer Nova Spivack gegenüber Mashable. Zuletzt hat das Unternehmen 300.000 US-Dollar von Investoren erhalten, um seine Weiterentwicklung voranzutreiben. Auch Twitter habe laut Mashable schon Interesse an dem Unternehmen bekundet.

Eigentlich hatte Twitter die Entwickler aufgefordert, keine neuen Clients mehr zu entwickeln. Den Rat befolgen glücklicherweise nicht alle Entwickler. Der Microblogging-Dienst hatte sich in den vergangenen Monaten einige Unternehmen einverleibt, um deren Technologie in die eigene Plattform und den Client Tweetdeck zu implementieren und somit den Nutzern wirkungsvolle Werkzeuge für das Management der eigenen Community an die Hand zu geben.

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