INTERNET WORLD Business Logo Abo
Fidor Bank startet die Aktion "Like-Zins"

Fidor Bank startet die Facebook-Aktion "Like-Zins" "Die soziale Interaktion wird bei uns belohnt"

Matthias Kröner, Vorstand Fidor Bank

Matthias Kröner, Vorstand Fidor Bank

Die Münchner Fidor Bank hat sich dem Konzept des "Social Community Bankings" verschrieben. Bei der nun startenden Facebook Aktion "Like-Zins" können Kunden direkt Einfluss auf den Zinssatz nehmen. Pro erreichten 2.000 Facebook Likes soll der Zinssatz um 0,1 Prozent bis maximal 1,5 Prozent steigen. Darüber sprach INTERNET WORLD Business mit Matthias Kröner, dem Vorstand der Fidor Bank.

Was erwarten Sie sich langfristig von der Kampagne?

Matthias Kröner: Wir können beobachten, dass sich einige Markenartikler offenbar aus dem Facebook-Commerce zurückziehen, was mich nicht wundert. Es reicht einfach nicht, Social Media nur als Abverkaufs-Kanal von durchschnittlichen Produkten zu benutzen. Unser Ansatz ist Interaktion, Integration und Engagement des Kunden zuzulassen. Wir haben uns im Team darüber Gedanken gemacht, wie wir das verwirklichen können und das Ergebnis war der "Like-Zins". Wir wollen damit zeigen, wie man eine integrative Finanzdienstleistung aufbaut. Wir denken, dass die Aktion nachvollziehbar zum Ausdruck bringt, wie innovativ Finanzdienstleistung sein kann, wenn man nur will.

Wie viele Facebook Likes wollen Sie erreichen?

Kröner: Wir haben im Team darüber interne Wetten abgeschlossen, sind uns aber sicher, dass wir die angestrebte Hürde von 22.000 Likes erreichen werden. Ansonsten sind wir in unserer Erwartungshaltung komplett offen.

Über welche Kanäle wird die Kampagne gestreut?

Kröner: Wir haben uns bewusst auf Social Media beschränkt und beispielsweise auf Werbung im Fernsehen verzichtet, da wir im Social Media-Kontext bleiben wollen. Wir sind der Meinung, dass wir sonst die falschen Leute adressieren. Wir wollen weniger die Leute aus der Offline-Welt von unserem Konzept überzeugen. Unsere Zielgruppe  sind Menschen mit einem Digital-Native-Understanding  - was übrigens keine Frage des Alters ist.

"Das Peer-to-Peer-Banking ist unser Ziel"

Sie haben einmal gesagt, „die Community ist das Herzstück der Bank“. Was bedeutet Mitmach-Banking für Sie?

Kröner: Die Fidor Bank bewegt sich zwischen drei Welten: Klassische Bankprodukte, Payment und Community. Die Verbindung dieser drei Welten ist der Nukleus unserer Bank. Diese Symbiose, das Peer-to-Peer-Banking, ist unser Ziel. Wir haben über 3000 Produkte, die von unseren Nutzern angelegt und bewertet wurden, über 1000 Verbesserungsvorschläge und mehr als 3000 Tipps von Nutzern, wie man Geld sparen kann. Kunden können ihr Finanzprofil anonymisiert darstellen und mit anderen vergleichen um Optimierungspotential zu finden. Die soziale Interaktion wird bei uns generell belohnt: Wer zum Beispiel Geldfragen beantwortet, bekommt Geld von uns. Diesen Ansatz des Crowd-Sourcings wollen wir voll ausschöpfen, im Gegenzug verzichten wir  auf teure Hochglanzbroschüren, die keinem etwas bringen.

Sind die Kunden, die ja selbst in der Regel keine Experten sind, damit nicht überfordert?

Kröner: Wer hat denn die Finanzkrise, die größte Krise der Welt, verursacht? Das waren Finanzexperten, oftmals  Harvard-Absolventen. Der Berater ist sehr häufig ein Verkäufer, der selbst einem 80-Jährigen noch eine Lebensversicherung verkauft. Wie soll ich mich als Kunde da noch auf Experten verlassen? Indem Kunden sich selbst mit ihrem Geld beschäftigen, können Sie ihre eigenen Interessen mit den Interessen der Bank verbinden. Mit dem FidorPay-Konto haben User die Möglichkeit, sich einfach und eigenständig, nach den  eigenen Bedürfnissen um ihre Geldthemen zu  kümmern.

Die Aktion „Like-Zins“  ist zeitlich begrenzt und endet am 31.12 2012.  Wie soll es danach weitergehen?

Kröner: Die Planungen dazu laufen bereits und so viel sei bereits heute gesagt: Wir werden auch im Jahr 2013 spannende Social Media-Aktionen anbieten.

Das könnte Sie auch interessieren