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Verena Keimer, Marketing Managerin für Deutschland, Polen, Tschechien und Skandinavien und das Baltikum

easyJets erste paneuropäische Facebook-Kampagne Social Media ist nicht der alleinige Kern

Verena Keimer, Marketing Managerin für Deutschland, Polen, Tschechien und Skandinavien und das Baltikum

Verena Keimer, Marketing Managerin für Deutschland, Polen, Tschechien und Skandinavien und das Baltikum

Im Oktober läutete easyJet mit der Facebook-Aktion "Was hast du vor?" eine neue länderübergreifende Werbekampagne ein. In dem Wettbewerb sollten User einen eigenen Clip kreiern und diesen zur öffentlichen Bewertung stellen. Ob der Plan aufging und welche Erfahrungen die Airline sammelte, erklärt die verantwortliche Marketing Managerin von easyJet Verena Keimer im Gespräch mit internetworld.de

Wie ist die Kampagne auf Facebook gelaufen?

Verena Keimer: Mit der Aktion haben wir über 750.000 Impressions generiert und allein für die deutsche easyJet-Seite auf Facebook 5.000 neue Fans hinzugewonnen. Die Kampagne lief aber nicht nur in Deutschland, sondern wurde auch für neun weitere Länder wie zum Beispiel Großbritannien, Frankreich, Spanien und die Schweiz adaptiert. Insgesamt haben die User dabei mehr als 400 Videoclips generiert. Das ist verglichen mit früheren Aktionen eine gute Resonanz, aber vor allem mit dem enormen Fan-Zuwachs für die deutsche Seite sind wir sehr zufrieden.

Was waren dabei die größten Herausforderungen?

Keimer: Es war die erste paneuropäische Facebook-Kampagne, die wir aufgesetzt haben. Dabei musste die Kampagne für alle Märkte entsprechend adaptiert werden, also hinsichtlich der Kundenansprache modifiziert und an die jeweiligen rechtlichen Bedingungen der einzelnen Märkte angepasst werden. Zudem steckt dahinter einiges an Marktforschung, um die Kampagne jeweils bestmöglich anzulegen. So haben wir beispielsweise aus dem englischen „Where are you going?“ in Deutschland „Was hast du vor?“ gemacht – und das gilt für alle teilnehmenden Länder. Dahinter steckt schon Einiges an Aufwand, wenn man bedenkt, dass es ja nicht nur eine Facebook-Kampagne ist, sondern auf allen Kanälen gespielt wird.

Wo wird die Werbekampagne noch zu sehen sein?

Keimer: Facebook war ja erst der Auftakt der neuen Kampagne. Der Wettbewerb über die Facebook Memory Maker App lief vom 8. Oktober bis 17. November 2011. Parallel dazu haben wir Werbeanzeigen auf Facebook geschaltet, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. Dann ging die Kampagne in die nächste Phase und war hier im deutschen Markt im Kino, auf Plakatwänden und in Print- und Onlinemedien zu sehen.

Gibt es schon erste Ergebnisse der neuen Onlinekampagne?

Keimer: Die Umstellung erfolgte ja erst im November. Aber mein erster Eindruck ist, dass die neue Kampagne besser performt als die alte. Das heißt wir verzeichnen höhere Klickraten und auch einen besseren ROI.

Welche Lehren ziehen Sie aus der Facebook-Aktion?

Keimer: Das war schon sehr spannend für uns. Deshalb wollen wir das auf jeden Fall künftig öfter machen. Dann werden wir aber etwas mehr Vorlauf einplanen, um den Stress etwas zu reduzieren. Zudem hatten wir beim Facebook-Voting für die besten User-Clips auch mit Manipulationen zu  kämpfen. Wahrscheinlich ist eine Jury für diese Zwecke besser geeignet.

Social Media ist wichtig

Welche Ziele verfolgt easyJet in Social Media wie Facebook?

Keimer: Die Priorität liegt dabei ganz klar darauf, das Image und die Markenbeliebtheit zu steigern. Dabei spielen natürlich die Fanzahl und die Interaktion als Erfolgsindikatoren eine wesentliche Rolle. Es ist kein Kanal, über den wir große Abverkäufe generieren wollen. Aber Informationen lassen sich darüber sehr schnell verbreiten. So kündigen wir bereits immer mit einem Tag Vorlauf unsere Sales sowie neue Strecken an. Damit haben unsere Fans und Follower einen klaren Zeitvorteil. Wie groß die Resonanz dabei ausfällt, messen wir allerdings noch nicht richtig. 

Übernimmt Onlinewerbung, vielleicht sogar Social Media den Lead bei Kampagnen?

Keimer: Social Media ist schon ein wichtiger Bestandteil, aber nicht der alleinige Kern. Das sieht man auch an der jetzigen Kampagne. Die Aktion auf Facebook bildete den Auftakt. Jetzt wird sie auf Offline- und anderen Onlinekanälen fortgesetzt. Online-Display-Werbung und Search Engine Advertising sind für uns sehr wichtig, um Abverkäufe zu generieren, aber müssen durch Offlinemedien, wie Außenwerbung etc, ergänzt werden, auch um weiter die Markenbekanntheit zu steigern.

Was halten Sie von Google+?

Keimer: Vorerst beobachten wir erst einmal, wie sich das Netzwerk entwickeln wird. Demzufolge haben wir auch noch keine Aktionen dort geplant. Im Moment fehlt da noch die Reichweite.