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Gesichtserkennung bei Facebook

Gesichtserkennung bei Facebook Profilbild als Erkennungsvorlage

Profilbilder wie dieses wird es künftig öfter geben

Profilbilder wie dieses wird es künftig öfter geben

Facebook will seine Datenverwendungsrichtlinien ändern. Das soziale Netzwerk plant, die Profilbilder seiner Nutzer in einer Datenbank zu bündeln, die die Basis für Gesichtserkennungssoftware bildet. Damit sollen den Mitgliedern Freunde zum Markieren vorgeschlagen werden.

"Wir können vorschlagen, dass dein Freund dich auf einem Foto markiert, indem wir die Bilder deines Freundes scannen und mit Informationen vergleichen, die wir aus deinen Profilbildern und den anderen Fotos zusammengetragen haben, auf denen du markiert wurdest." Dieser Satz, den Facebook in die neuen Datenrichtlinien aufbnehmen möchte, birgt Sprengstoff, denn damit setzt das Netzwerk die Gesichtserkennungssoftware im großen Stil ein. Auch bisher waren die Profilbilder - ungeachtet der Privatsphäreeinstellungen des einzelnen Nutzer - öffentlich, wurde jedoch nicht zur Gesichtserkennung eingesetzt. Nutzer, die dies nicht möchten, können die Funktion in den Einstellungen für "Chronik und Markierungen" deaktivieren.

In Europa soll die Funktion weiterhin abgeschaltet bleiben. "Derzeit ist nicht geplant, Tag Suggest in Europa einzuführen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der INTERNET WORLD Business. Nach heftiger Kritik von Datenschützern hatte das Netzwerk die Funktion vor einem Jahr in Europa deaktiviert.

Vor dem Hintergrund der NSA-Diskussion sind die Nutzer für die Privatsphäreproblematik der sozialen Netzwerke sensibilisiert. Bisher haben die Netzwerke darauf beharrt, den US-Behörden keinen direkten Zugang zu den sensiblen Nutzerdaten gewährt zu haben. In den USA sind die Tagging-Vorschläge auf Basis zuvor von Nutzern markierter Fotos seit Februar 2013 wieder vorhanden.

Facebook will durch die eigenen Angaben zufolge klarer kommunizieren, welche Nutzerinformationen wie verwendet werden. Auch die wurde überarbeitet. Dem Sprecher zufolge sind die Unterschiede zur geltenden Version vor allem sprachlicher und nicht inhaltlicher Natur.

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