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Social Media in der Politik

Social Media im Wahlkampf Politiker setzen verstärkt auf soziale Medien

"Ich twittere nicht", bekannte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück einmal freimütig in einer Talk-Runde. Inzwischen bedient auch er den Microblogging-Dienst  - zumindest ab und zu. Für seinen Kollegen Peter Altmaier ist Twitter dagegen schon lange kein "Neuland" mehr. Inzwischen sind Social Media in der Politik angekommen, so eine Auswertung des Bitkom. Eine wichtige Rolle dürfte dabei der Bundestagswahlkampf spielen.

Im Wahljahr setzen die Abgeordneten des Deutschen Bundestags verstärkt auf Facebook, Twitter und Co. Anfang des Jahres hatten 86 Prozent der Abgeordneten ein Profil bei einem Sozialen Netzwerk, im Juli 2013 waren es bereits 90 Prozent. 23 der 620 Bundestagsabgeordneten haben sich seit Beginn des Wahljahres für Social Media als Kommunikationskanal mit den Bürgern entschieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Social-Media-Analyse der Plattform Pluragraph.de für den Hightech-Verband Bitkom.

"Der Bundestagswahlkampf treibt auch viele jener Abgeordneten in Soziale Medien, die dem Internet bislang eher distanziert gegenüber standen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder: "Von hektisch zusammengezimmerten Profilen raten wir allerdings ab." Wer sich in soziale Medien begibt, müsse dies mit der notwendigen Professionalität und Ernsthaftigkeit tun. Ein oberflächlicher Auftritt könne schnell kontraproduktiv werden.

Am beliebtesten bei den Politikern ist Facebook: 83 Prozent der Bundestagsabgeordneten haben dort ein Profil. Insbesondere bei den Fan-Seiten habe es zwischen Januar und Juli 2013 einen regelrechten Boom gegeben. Demnach hatte zu Beginn des Jahres nur ein Drittel der Abgeordneten eine Fan-Page, inzwischen aber jeder Zweite. Durchschnittlich hat jeder Bundestagsabgeordnete 2.549 Fans bei Facebook und 2.239 Follower bei Twitter. Den größten Zugewinn an Politikern konnte allerdings das Netzwerk Google+ verbuchen: Dort sind mittlerweile 23 Prozent der Bundestagsmitglieder vertreten, im Januar waren es noch 16 Prozent.

Weitere Erkenntnis der Erhebung: Abgeordnete kleinerer Fraktionen sind Social-Media-affiner. Ganz vorne liegt Bündnis 90/Die Grünen mit 96 Prozent der Abgeordneten, die mindestens ein Social-Media-Profil besitzen, gefolgt von der FDP (94 Prozent). Den größten Zugewinn konnte allerdings die SPD verbuchen. Bei den Sozialdemokraten stieg der Anteil der Abgeordneten, die Social Media nutzen, zwischen Januar und Juli von 83 auf 89 Prozent.

Rund 60 Prozent aller Bundesbürger informieren sich online über Politik, für fast 40 Prozent ist das Internet sogar wahlentscheidend. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bitkom.

In unserer Bildergalerie erfahren Sie, wie überzeugend die Websites der einzelnen Parteien im Wahljahr 2013 sind.

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