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Facebook-Börsengang verpatzt Konsortialführende Bank muss Millionenstrafe zahlen

Computer fielen aus, hinter der Hand machten schlechte Nachrichten die Runde, der Kurs fiel ins Bodenlose: Der Börsengang von Facebook war ein Desaster. Nun wurde die konsortialführende Bank Morgan Stanley wegen unzureichenden Informationspolitik zu einer Millionestrafe verurteilt.

Streikende Computer, undurchsichtige Informationspolitik, abstürzende Kurse: Der Facebook-Börsengang im Mai war von zahlreichen Pannen begleitet. Nun kostet er auch die konsortialführende Bank Morgan Stanley eine Millionenstrafe. Der US-Bundesstaats Massachusetts verurteilte das Geldhaus zur Zahlung von fünf Millionen US-Dollar.

Zur Begründung hieß es, die Bank habe Facebook geholfen, sensible Finanzinformationen selektiv zu streuen. So seien Umsatzzahlen von Facebook nur einigen Analysten und nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Insbesondere ging es um eine Telefonkonferenz, die der Leiter der Finanzabteilung mit Analysten von Großinvestoren abhielt. Dabei wurden Umsatzzahlen genannt, die nicht in den offiziellen Verkaufsprospekten enthalten waren, die vor dem Börsengang veröffentlicht und bei der Börsenaufsicht eingereicht worden waren. Die in der Konferenz genannten Zahlen blieben erheblich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Investoren, die nicht an der Gesprächsrunde beteiligt waren, sei daher ein deutlicher Nachteil entstanden, teilte die Börsenaufsicht mit. Morgen Stanley akzeptierte die Geldstrafe, obwohl das Unternehmen keine Schuld eingestehen wollte, hieß es.

Der missratene Börsengang im Mai ist Gegenstand verschiedener Klagen. Die Cititgroup wurde bereits zur Zahlung von zwei Millionen Dollar verurteilt. Die Facebook-Aktie war nach ihrer mit großer Euphorie erwarteten Erstnotiz schon bald wegen aufkommender Zweifel an den Geschäftsaussichten abgestürzt.

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