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Die Facebook-Aktie erfüllt die Erwartungen bislang nicht

Facebooks Börsengang Falsches Spiel mit Facebook-Aktien?

Bruchlandung für Facebook: Der groß angekündigte Börsengang des sozialen Netzwerks steht bislang unter keinem guten Stern. Zu den fallenden Kursen gesellt sich nun auch noch der wachsende Ärger über die Großbank Morgan Stanley. Anleger kritisieren vor allem deren kurzfristige Herabsetzung der Umsatzprognose für Facebook.

Am Freitag war die Facebook-Aktie mit 38 Dollar Startpreis an die Börse gegangen - doch der erhoffte Erfolg der überwerteten Papiere blieb aus. Um ein Absinken der Aktie unter den Ausgabepreis zu verhindern, musste Morgan Stanley offenbar bereits kurz nach Börsenstart Stützungskäufe in großen Mengen tätigen.

Nun wird Kritik an der Emissionsbank laut: Anlegern zufolge, senkte Morgan Stanley nur kurz vor der Erstnotiz und während der Werbetour die Umsatzprognose für das Netzwerk. Laut Handelsblatt seien sowohl die Umsatzprognosen für das laufende Quartal wie auch die für das gesamte Geschäftsjahr herabgesenkt worden.

Brisant dabei: Wie die Wirtschaftszeitung mitteilte, seien diese Informationen zwar den Kunden des Unternehmens, nicht jedoch der Öffentlichkeit mitgeteilt worden. Anleger könnte die Revision der Umsatzprognose verschreckt und den schlechten Börsenstart durch  begünstigt haben. Auch die Investmentunternehmen JPMorgan Chase und Goldman Sachs, die beide ebenfalls bei der Aktienemission beteiligt waren, haben nach Reuters ihre Vorhersagen für die Geschäftsentwicklung kurzfristig geändert. 

Der Grund dafür sei, dass sich Zuckerberg selbst bereits im Vorfeld zurückhaltend hinsichtlich des Umsatzwachstum gezeigt habe. Facebook-User würden, vor allem in Schwellenländern und in China, zunehmend über mobile Endgeräte auf das Netzwerk zugreifen. Online-Anzeigen bringen hier wesentlich weniger Umsatz als Werbebanner auf Computerseiten.

Eine Veröffentlichung der Analysen von Morgan Stanley selbst wird es erst 40 Tage nach der Erstnotiz geben. So lange ist es den am Börsengang involvierten Banken per Börsengesetz verboten, ihre Analysen der Öffentlichkeit vorzulegen.

Die Facebook-Aktie musste am dritten Handelstag bereits einen Verlust von 18 Prozent und einen Rückgang von 38 Dollar auf 31,12 Dollar verzeichnen. Am Freitag lag der Börsenwert des Unternehmens noch bei 104 Milliarden Dollar – am Dienstag war Facebook nur noch rund 85 Milliarden Dollar Wert. Zum Vergleich: Der Wert von Google beträgt etwa 200 Milliarden Dollar.

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