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Reichweitenschätzung und Live Videos Facebook: Ungenauigkeiten bei Live Videos

shutterstock.com/Dacian G
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Facebook muss weitere Ungenauigkeiten in seinen Video-Angeboten eingestehen. Dieses Mal betrifft es vor allem die Live Videos. Man arbeite aber bereits an Maßnahmen zur Behebung, so Facebook.

Facebook muss weitere Ungenauigkeiten in seinen Video-Angeboten eingestehen. In diesem Fall betrifft es vor allem die Live Videos. Wie das Unternehmen in einem Blogpost mitteilt, arbeite man aber bereits an entsprechenden Maßnahmen zur Behebung der Ungenauigkeiten.

Live Videos

Konkret gab es bei den Live Videos Zuordnungsfehler bei den "Streaming Reactions", also bei den Reaktionen, die Nutzer während des Videos in Echtzeit abgeben können. Eine Person kann hierbei mehrere Reaktionen abgeben - genau das wurde aber in den Page Insights nicht exakt wiedergeben. Hier wurde nur eine Reaktion pro Unique User abgebildet.

Wie Facebook betont, sei die Gesamtmenge der abgegebenen Reaktionen allerdings richtig gewesen. Es hätte lediglich Ungenauigkeiten bei der Zuordnung in die jeweilige Kategorie gegeben. Die zusätzlichen Nutzerreaktionen wurden fälschlicherweise in die Kategorie "Reactions from Shares of Post" eingeordnet anstatt in "Reactions on Post". Das sei nun aber korrigiert worden, das Update wird Mitte Dezember ausgerollt. Die Anzahl in der Rubrik "Reactions on Post" soll damit im Durchschnitt um stolze 500 Prozent steigen, die angezeigte Zahl in der Sparte "Reactions from Share of Post" um durchschnittlich 25 Prozent sinken.

Geschätzte Reichweite

Daneben hat Facebook seine Angaben für die geschätzte Reichweite verbessert. Werbungtreibende sollen genauere Informationen darüber erhalten, wie viele Nutzer sie in etwa mit ihrer Anzeige erreichen.

Beim Erstellen der Kampagne bekommt der Kunde die geschätzte Gesamtreichweite und die erwartete Tagesreichweite genannt. Künftig soll es hier nun genauere Angaben geben, was vor allem bei Plattform-übergreifenden Kampagnen (Facebook, Instagram und das Audience Netzwerk) essentiell ist.

Wie Facebook betont, könnte die geschätzte Reichweite, die das Tool Werbungtreibenden anzeigt, künftig um zehn Prozent steigen oder sinken.

Messfehler bei Kampagnen

Zuletzt musste Facebook Fehler bei den Metriken zur Messung von Kampagnen eingestehen. Vor gut drei Monaten musste der Konzern von Mark Zuckerberg gegenüber Publicis Media zugeben, dass die durchschnittliche Verweildauer eines Nutzers auf einem Video um 60 bis 80 Prozent zu hoch angegeben wurde. Der Grund dafür war ein Rechenfehler, der alle Video-Views aus der Berechnung ausschloss, die kürzer als drei Sekunden lang waren. Inzwischen wurde der Fehler behoben und die Kategorie in "3-Sekunden-­Videoaufrufe" umbenannt.

Gerade als Publisher und Werber die Nachricht verdaut hatten, sorgt eine neue Mitteilung des sozialen Netzwerks erneut für Unmut. "Wir aktualisieren heute unsere Kennzahlen, um unseren Partnern und der Branche einen besseren Einblick in unsere Statistiken zu vermitteln", hieß es auf dem neu-gegründeten Metrics-Blog von Facebook am 16. November.

Was zunächst positiv klingt, entwickelt sich bei genauerem Hinsehen schnell zu einer Hiobsbotschaft für Unternehmen, die Facebook als Kommunikationskanal nutzen. Zahlreiche Daten, Dashboards und Auswertungen lieferten über Monate hinweg falsche Zahlen. So wurde beispielsweise die Reichweite einer Seite im Page Dashboard von Facebook je nach Betrachtungszeitraum um 33 (7-Tage-Betrachtung) beziehungsweise 55 Prozent (28-Tage-Betrachtung) zu hoch angegeben. Und auch die Instant Articles sind betroffen. Die verbrachte Zeit im Artikel wurde seit August 2016 falsch berechnet, sodass die Zeit, die der Nutzer auf einem Artikel verbracht hat, sieben bis acht Prozent zu hoch angegeben wurde. Aus den Fehlern resultieren nun natürlich Konsequenzen für Unternehmen und Social Media Manager

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