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Kommentar statt Votum Facebook stellt Abstimmungsmodus zur Abstimmung

Zuckerberg will die Abstimmung abschaffen.

Zuckerberg will die Abstimmung abschaffen.

Schluss mit Basis-Demokratie: Künftig lässt Facebook seine Nutzer nicht mehr über wichtige Regeländerungen abstimmen. Der Grund: zu geringe Beteiligung.

Der neue Modus ist auch eine direkte Folge der zuletzt gescheiterten Abstimmung aus dem Juni. Damals ging es um Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz. Die Beteiligung lag mit 350.000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent statt der von Facebook geforderten 30 Prozent aller Mitglieder. Nehmen an einer Abstimmung weniger als 30 Prozent der Mitglieder teil, setzt Facebook nach der bisherigen Regelung die Änderungen einfach in Kraft. Mit inzwischen mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer ist es aber praktisch unmöglich geworden, die Marke von 30 Prozent zu erreichen. Stattdessen will Facebook erweiterte Kommentarfunktionen bieten, um direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk an.

Bis zum 28. November, also nicht einmal eine Woche lang, haben die Facebook-Nutzer Zeit , die neue Vorgehensweise zu kommentieren. Bisher lösen 7.000 Kommentare zu Änderungsvorschlägen noch automatisch eine Abstimmung aus. Angesichts der hohen Beteiligungs-Hürde dürfte es aber kaum Zweifel geben, wie auch eine Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung ausginge.

Desweiteren will Facebook die Datenschutz-Einstellungen überarbeiten. Künftig will sich das soziale Netzwerk das Recht vorbehalten, Nutzerdaten mit anderen Firmen im Konzernverbund zu teilen. Diese Maßnahme wurde angesichts von Übernahmen wie etwa dem Kauf des Fotodienstes Instagram notwendig. Außerdem sollen Nutzer nicht mehr den Kreis der Personen einschränken, die ihnen E-Mails schicken können. Stattdessen soll es neue Filter geben. Auch wird jetzt klarer darauf hingewiesen, dass andere unter Umständen weiterhin Informationen sehen können, die man aus dem eigenen Profil entfernt hat. Dies hatte die zuständige irische Datenschutzbehörde gefordert.

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