INTERNET WORLD Business Logo Abo
Mobile Facebook

Mit sechs Adtech-Partnern Facebook führt Header-Bidding für Mobile ein

Mobile Web Publisher kommen nun auch in den Genuss von Facebooks Audience Network.

shutterstock.com/Twin_Design

Mobile Web Publisher kommen nun auch in den Genuss von Facebooks Audience Network.

shutterstock.com/Twin_Design

Facebook steigt mit sechs Adtech-Partnern ins Header Bidding ein. Zusammen mit Amazon, AppNexus, Index Exchange, Media.net, Sonobi und Sortable können mobile Web Publisher ihr Inventar versteigern.

Facebook steigt ins Header Bidding ein. Das soziale Netzwerk baut dazu aber kein eigenes System auf - es öffnet vielmehr sein Audience Network für mobile Web Publisher, die die Header-Bidding-Technologie von einem der folgenden Anbieter nutzen: Amazon, AppNexus, Index Exchange, Media.net, Sonobi oder Sortable.

Das Audience Network ist Facebooks mobiles Werbenetzwerk, als mobile Web Publisher definiert Facebook Entwickler und Publisher, die ihre Apps und mobilen Seiten mit Facebook-Werbung monetarisieren wollen.

Unternehmen wie PreBid und PubFood, die im Bereich Header Bidding auf Open-Source-Lösungen setzen, soll später ebenfalls Zugang zum Facebook Audience Network gewährt werden, schreibt Business Insider.

Facebook will sich öffnen

Facebook wird oft unterstellt, sich abzuschotten und kaum jemandem vollen Zugriff auf seinen lukrativen Datenschatz und sein Inventar zu geben. Die Kooperation nun soll beweisen, wie sehr sich Facebook bemüht, eine Beziehung zur Adtech-Gemeinschaft aufzubauen.

Zudem ist das Ganze ein deutlicher Angriff auf Google, Facebooks größten Rivalen im Kampf um die digitalen Werbedollars. Wie eine aktuelle Erhebung von eMarketer zeigt, wird die Google- und YouTube-Mutter Alphabet in diesem Jahr voraussichtlich 72,7 Milliarden US-Dollar Werbeeinnahmen erzielen. Facebook soll auf 33,7 Milliarden US-Dollar kommen. Zusammen macht das über 106 Milliarden US-Dollar, was 46,4 Prozent der weltweiten digitalen Werbeeinnahmen entspricht. Google selbst arbeitet außerdem mit EBDA (Exchange Bidding in Dynamic Allocation) an einem ähnlichen Produkt.

Laut Facebook hätten erste Tests mit "Washington Post", "Daily Mail" und "Forbes" gezeigt, dass die Publisher, die eine Header-Bidding-Lösung über das Audience Network einsetzten, ihre Umsätze um zehn bis 30 Prozent steigern konnten.

Was ist Header Bidding?

Header Bidding soll Publishern zu mehr Werbeumsatz verhelfen und einen größeren Anteil des Inventars für den automatisierten Display-Handel zugänglich machen.

Für Programmatic Advertising setzen Publisher eine oder mehrere Supply-Side-Plattformen (SSP) ein. Die SSP erhalten mit Header Bidding die Möglichkeit, dynamische Gebote, das heißt Kampagnen in verschiedenen Preiskategorien, zu einem früheren Zeitpunkt als bisher bei dem Publisher-Adserver ­abzugeben.

Um das Neue an diesem Konzept zu erklären, wird von der Branche gern das "Wasserfall"-Modell als Vergleich herangezogen. Ein Publisher-Adserver arbeitet für die Auslieferung von Werbung eine Prioritätenliste ab: Zuerst kommen die teureren Werbeplätze an die Reihe ("Premium Inventar"), die in der Regel direkt verkauft wurden, oder auch Werbungtreibende, die beim Publi­sher Vorrang haben, gefolgt von weiteren Demand-Quellen wie Retargeting-Anbieter oder auch Supply-Side-Plattformen. Innerhalb dieser nach abnehmenden Preisen gestaffelten Reihenfolge liefern SSP meistens Kampagnen für niedrigere Preiskategorien und sind damit an "B-Inventar" gebunden.

Bei Header Bidding wird "im Kopf" (Header) jeder Webseite eines Publishers ein Javascript-Code eingebaut. Dadurch ist es möglich, dass die SSP bereits zu ­einem früheren Zeitpunkt, wenn ein User eine Seite mit Werbeplätzen aufruft, ein Gebot an den Adserver senden kann. Auf diese Weise kann das Gebot, das über den Programmatic-Vertriebskanal beim Publisher eintrifft, mit den direkt verkauften Werbekampagnen konkurrieren.

Das könnte Sie auch interessieren