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Polizei Niedersachsen Erfolgreich mit Facebook-Fahndung

Fotolia.de/Arno_Bachert
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Seit zwei Jahren nutzt  das Landeskriminalamt Niedersachsen Facebook als zusätzliches Fahndungshilfsmittel. Mit Erfolg: Über zwei Dutzend Fälle wurden seither mithilfe des sozialen Netzwerks gelöst.

Polizeiarbeit 2.0: Seit genau zwei Jahren betreibt das Landeskriminalamt Niedersachsen unter dem Namen "Polizei Niedersachsen Fahndung" eine eigene Facebook-Fanpage. Die Seite soll in Zeiten von Internet und Mobile als zusätzliches Fahndungshilfsmittel dienen. Und das offenbar mit Erfolg: Laut LKA wurden seit Bestehen der Fanpage 293 Beiträge gepostet, darunter Fahndungsaufrufe, Suche nach vermissten Personen, Sachfahndungen, Zeugenaufrufe, Warnmeldungen und Pressemitteilungen. Mittlerweile gelten 75 Posts als "erledigt" und wurden bereits von der Seite gelöscht. Mehr als ein Dutzend konnten dabei unmittelbar auf die Facebook-Fahndung zurückgeführt werden.


"Wir stellen definitiv fest, dass die zusätzliche Fahndungsergänzung über Facebook sehr erfolgreich ist", sagt Uwe Kolmey, Präsident des Landeskriminalamts. "Wir erreichen - nachdem wir einen Sachverhalt gepostet haben - innerhalb kürzester Zeit sehr viele Menschen und erhalten eine Vielzahl von Hinweisen, welche zu weiteren Ermittlungen benötigt werden und oftmals in der Gesamtheit zum Erfolg führen", so Kolmey.

Die Facebook-Fanpage des Landeskriminalamts Niedersachsen:

Fahndungserfolge


Im März dieses Jahres beispielsweise fahndete die Polizei nach einem Tatverdächtigen, der einen Tag zuvor ein Gewaltverbrechen an einer Wolfsburgerin verübt haben sollte. Die 64-Jährige erlag in Folge dessen an ihren schweren Verletzungen. Ein Wachmann in einem Einkaufszentrum hatte die Suche auf der Homepage der Polizei und der Facebook-Fahndung mitverfolgt und dabei den Braunschweiger als Kunden erkannt. Daraufhin konnte der Tatverdächtige festgenommen werden.


Über die Facebook-Seite der Polizei wird auf die Homepage des LKA verlinkt. So sollen Datenschutzbedenken entkräftet werden, da die amerikanische Datenbank von Facebook laut LKA so nicht über personenbezogene Daten und Fotos zu einer Fahndung in Deutschland verfügt. 

Bereits vor zwei Jahren erklärte Facebooks Sicherheits-ChefJoe Sullivan dass Facebook in den USA eine Software einsetze, die Chats und private Kommunikation der User überwacht. In Chatprotokollen sucht das Scan-Programm nach bestimmten Formulierungen, die beispielsweise sexuellen Übergriffen schon einmal vorausgegangen sind. Entwickelt sich ein Gespräch mit diesen Schlagwörtern werden die Facebook-Mitarbeiter davon in Kenntnis gesetzt und entscheiden dann, ob sie die Polizei informieren.

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