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Flirt-Plattform auf Facebook Datenschutzbeauftragter warnt vor "Spotted"-Seiten

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Jörg Klingbeil, warnt vor den sogenannten "Spotted"-Seiten bei Facebook. Er sieht die Gefahr, dass die Anonymität der User durch Kommentare Dritter gefährdet werden könnte. 

"Spotted"-Seiten sind der neueste Trend auf Facebook: Hier bekommen all jene eine zweite Chance, die sich nicht getraut haben, ihre Traumfrau oder ihren Traummann in der Uni, an der U-Bahn-Haltestelle oder beim Bäcker anzusprechen. Dazu beschreibt der oder die Suchende einfach die gesuchte Person, die Situation und idealerweise noch sich selber. Das klingt dann zum Beispiel so: "An das so nett lächelnde Mädel, das gemeinsam mit mir in die U6 gestiegen ist: Du hattest einen gelben Regenmantel an und warst lange Zeit in deine Unterlagen zum Bioinformatikstudium vertieft ..."

Dann heißt es warten! Ist der oder die Gesuchte ebenfalls Fan der entsprechenden "Spotted"-Seite und stolpert über das Gesuch, kann er oder sie antworten - ganz einfach. Das Ganze ist Anonym, die Namen der User werden dabei nicht angezeigt. Stattdessen wird jeder Beitrag mit dem Namen der jeweiligen "Spotted"-Seite gekennzeichnet.

Doch genau hier sieht der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Jörg Klingbeil das Problem: Eine "echte" Anonymität ist hier keineswegs gewährleistet. Denn wenn ein anderer User die suchende oder gesuchte Person erkennt, kann er deren Identität ohne das Wissen oder die Einwilligung der Person aufdecken. "Wenn jemand unwissentlich ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird, zerfließen die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem", so Klingbeil.

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