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Facebook auf dem Laptop und dem Smartphone

Richtlinienaktualisierung Mehr Klarheit bei politischen Ads auf Facebook

shutterstock.com/sitthiphong
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Einmischung bei Wahlen und Beeinflussung der Wähler über soziale Medien sind spätestens seit der letzten US-amerikanischen Präsidentenwahl für Facebook ein Thema. Das Netzwerk ändert jetzt seine Richtlinien für politische Anzeigen.

Mit mehr Transparenz hinsichtlich der Auftraggeber für politische Anzeigen will Facebook der Beeinflussung von Wählern auf seinem Netzwerk jetzt einen Riegel vorschieben. Ab sofort müssen alle Anzeigen auf Facebook und Instagram in den USA, die politische Botschaften verbreiten, ausweisen, wer für die Anzeigenkampagne zahlt. Dabei geht es nicht nur um konkrete Wahlwerbung, sondern auch andere politische Inhalte wie Steuerrecht oder Einwanderung.

Zu diesem Zweck wird auf den Anzeigen entsprechend der zahlende Auftraggeber als Link eingeblendet. Ein Klick auf den Link führt die Nutzer darüber hinaus zu einem Archiv aller Anzeigen, das Informationen zum Kampagnenbudget bereit stellt, aber auch Einblicke in die Reichweite der jeweiligen Ads und den demographischen Angaben zur erreichten Zielgruppe. Mit mehr Transparenz wolle man dazu beitragen, nicht nur Facebook, sondern auch die Advertiser zu mehr Verantwortlichkeit und Zuständigkeit zu bewegen, so das Unternehmen.   

Die Identifizierung solcher Ads

Was genau als politische Anzeige gilt, will Facebook in Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Beratergruppe festlegen. Die Identifizierung solcher Ads wiederum soll von einer Redaktion vorgenommen werden, um klar zwischen Anzeigen mit politischen Botschaften und solchen, deren Inhalt sich auf Politik bezieht, aber nicht mit einer Message verbunden sind, zu differenzieren, so Mashable. Die neuen Richtlinien beziehen sich zunächst nur auf Anzeigen, die in den USA geschaltet werden, sollen aber letztlich international ausgeweitet werden.

Vor wenigen Tagen war Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu einer Anhörung vor das Europaparlament geladen worden, bei der es unter anderem auch um den Cambridge Analytica-Datenskandal ging, bei dem die US-Nutzer auf der Basis von CA-Daten auf Facebook hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahl beeinflusst worden waren. 

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