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Bundeswer im Decentraland

Mitarbeitergewinnung Bundeswehr rekrutiert erstmals im Metaverse

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Seit dem Wegfall der Wehrpflicht muss sich die Bundeswehr ebenso auf dem freien Markt um neue Mitarbeiter bemühen wie Arbeitgeber aus der Privatwirtschaft. Auf der Suche nach Soldaten und Soldatinnen lässt die Truppe dabei keinen Kanal ungenutzt.

Was haben das Metaverse und ein Truppenübungsplatz gemeinsam? Irgendwie haben beide etwas von einem Abenteuerspielplatz. Solche Gedankengänge haben vermutlich die Bundeswehr bewogen, ein Rekrutierungsbüro in der virtuellen Umgebung Decentraland zu eröffnen.

Besucher des Geländes können sich einen Trailer für die neuen Bundeswehr-Miniserie "Semper Talis" ansehen. Diese zwei Worte (lateinisch für "immer gleich") sind das Motto des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung, um dessen vielfältige Aufgaben und Herausforderungen sich die Miniserie dreht, mit der die Bundeswehr derzeit die gängigen Social Networks bespielt.

Virtuelles T-Shirt als Prämie

Wer diese Aufgabe gemeistert hat, kann anschließend seinen Avatar militärisch aufrüsten, er erhält ein NFT in Form eines "streng limitierten" T-Shirts im Design des Wachbataillons, verspricht die Pressemeldung. Weiter heißt es dort: "Die Umsetzung bildet das Fundament weiterer Recruiting-Maßnahmen der Bundeswehr im Metaverse, die bereits in Planung sind."

Bereits in Zeiten des Kalten Krieges nutzte die Bundeswehr gezielt die Werbung mit zu bestehenden Abenteuern zu Lande, zu Wasser und in der Luft und den damit verbundenen, aufregenden Gerätschaften, um Freiwillige zu rekrutieren. Und auf Computerspiel-Events wie der Gamescom ist die Truppe seit Jahren als Aussteller präsent. Wer gern Counterstrike und Call of Duty zockt, so offenbar der Gedanke dahinter, de würde vielleicht auch gern mal eine Maschinenpistole MP7 im echten Leben ausprobieren.

Bundeswehr unter Personaldruck

Angesichts der aktuellen Weltlage mag einem bei solchen Vergleichen das Lachen im Halse stecken bleiben, aber der Krieg in der Ukraine setzt die Bundeswehr zusätzlich unter HR-Druck. So hat das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben seit Beginn dieses Jahres mehr als 500 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung erhalten, doppelt so viele wie im Vorjahr. Seit Putins Überfall befürchten immer mehr Soldatinnen und Soldaten, womöglich in den Kampf geschickt zu werden, und suchen deshalb einen Weg raus aus der Bundeswehr. 

Dass sich die aktuelle PR-Kampagne der Streitkräfte ausgerechnet um das Wachbataillon dreht, könnte auch mit diesen Bedenken zu tun haben. Laut Wikipedia wird dieser Verband der Bundeswehr vorrangig im protokollarischen Ehrendienst bei Staatsbesuchen und anderen staatlichen Anlässen eingesetzt. Eine Abkommandierung an die Front erscheint da eher unwahrscheinlich.

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