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Bausteine

Flexible Systemarchitekturen So wird der Online-Handel mit "Composable Commerce" flexibler

Shutterstock/optimarc
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Der E-Commerce-Sektor ist dafür bekannt, laufend neue Trend-Begriffe hervorzubringen. Mit "Composable Commerce" rückt nun ein technologisches Paradigma ins Zentrum, das weit über den Online-Handel hinaus wirkt - und weit mehr als "nur" ein Trend ist.

Von Christopher Möhle, COO bei der Technologieagentur Turbine Kreuzberg

Keine Frage, die E-Commerce-Technologie ist so schnelllebig wie kaum ein anderes Feld. Wer Kunden eine zeitgemäße User Experience und Services bieten möchte, sieht sich in der Pflicht, laufend neue technologische Möglichkeiten zu evaluieren, zu testen und in das eigene Angebot zu integrieren. Doch alle paar Jahre die bestehende Commerce-Lösung komplett erneuern, sprich immer wieder große Replatforming-Projekte umsetzen? Das dürfte für Irritation in den allermeisten Unternehmen sorgen - von dem dafür notwendigen Zeit- und Investitionsaufwand ganz zu schweigen.

 

Die Lösung heißt: Composable Commerce. Hinter dem Schlagwort verbirgt sich weniger ein neuer Trend, sondern ein technologisches Umdenken, das auch weiter über den E-Commerce hinaus von Bedeutung ist.

Gemeint ist einerseits, dass Unternehmen nun in der Lage sind, vollkommen individuelle Commerce-Plattformen zu entwickeln, indem sie die Technologien und Services unterschiedlicher Anbieter zusammenstellen. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch, wodurch dieses neue Maß an Individualisierung erst möglich wird: Offene Schnittstellen legen die Basis für flexible Systemarchitekturen, die genügend Spielraum für Neu- und Weiterentwicklungen bieten.

Paradigmenwechsel statt Buzzword-Bingo

Im Kern bedeutet Composable Commerce, stets die beste Software-Lösung für spezifische Aufgaben im digitalen Handel zu finden und die einzelnen Technologien miteinander zu verbinden. Das vermeintlich Neue daran ist das zugrundeliegende technologische Paradigma: weniger Breite, mehr Spitze. Statt den umfassenden Komplettlösungen einzelner Anbieter zu vertrauen, gilt es für Online-Händler nun, die einzelnen Elemente in ihrem Technologie-Stack zu überdenken und flexible Grundgerüste aufzubauen. In der zunehmenden Modularisierung und Fragmentierung des E-Commerce-Ökosystems steckt für Online-Händler die Chance, mehr Flexibilität in ihre IT-Landschaften zu bringen. Zwar bringen Komplettlösungen sämtliche Funktionen mit, meistern aber in der Regel nur wenige davon besonders gut.

 

Die neue Flexibilität entsteht dadurch, dass Unternehmen für alle benötigten Funktionen die für die jeweiligen Anforderungen am besten geeigneten Anbieter auswählen und sie zu einer Commerce-Architektur aus gekapselten Funktionspaketen - Services - verweben. Dadurch wird auch der schnelle und vergleichsweise unkomplizierte Austausch von Komponenten möglich - und das zu jeder Zeit.

 

In der Vergangenheit waren viele Mittelständler beim Einsatz verschiedener Lösungen eher zurückhaltend, aus Angst vor einer höheren Komplexität. Doch dank offener, API-basierter Schnittstellen ist eine Anbindung an eine Vielzahl von Systemen kein Problem mehr. Folgende Gründe sprechen für den Einsatz von Composable Commerce:

  1. Hohe Geschwindigkeit durch definierte APIs
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