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Shopware Starter Edition Demo

Digitaler Community Day Shopware geht in die Cloud

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Erstmals bietet der Shopsoftware-Hersteller Shopware seine Lösung auch als Software-as-a-Service in der Cloud an. Internetworld.de hat mit Shopware-Vorstand Sebastian Hamann über die Details gesprochen.

Der "Shopware Community Day" ist immer für eine Neuigkeit gut - egal, ob das Event für Shopware-Kunden vor Ort oder wie in diesen Tagen wegen Corona digital stattfindet. In diesem Jahr hat der Shopsoftware-Hersteller aus Schöppingen zum Auftakt der Veranstaltung  den Schritt in die Cloud verkündet.

Während viele Shopsysteme schon seit längerem auch oder sogar ausschließlich als Software-as-a-Service aus der Cloud verfügbar sind, ist es bei Shopware jetzt ebenfalls soweit. "Wir haben schon 2016, mit Beginn der Entwicklung von Shopware 6, angefangen, die technologischen Grundsteine dafür zu legen, unsere Software künftig sowohl on Premise als auch aus der Cloud anzubieten", berichtet Shopware-Vorstand Sebastian Hamann.

Dazu gehört auch die Umstellung der Software-Architektur auf einen Headless- und API-First-Ansatz. Denn: "Für viele Anbieter wird es immer wichtiger, die Komplexität von E-Commerce-Projekten zu reduzieren. Und das gelingt am besten über die Cloud. Das gilt vor allem für Händler, die gerade am Anfang der Digitalisierung stehen, oder auch für Hersteller, die jetzt in den Direct-to-Consumer-Vertrieb einsteigen. Sie können mit einer Cloud-basierten Lösung zu sehr überschaubaren Kosten und binnen sehr kurzer Zeit loslegen - das ist ein immenser Vorteil gegenüber einer On-Premise-Lösung", so Hamann.

Rund 7.500 Shops setzen auf "Shopware 6"

Mittlerweile laufen gut 7.500 Shops komplett auf Shopware 6, "bis zum Jahresende wird diese Zahl noch deutlich zunehmen", sagt Hamann. Allein für die neuen Cloud-Versionen rechnet er bis Ende Dezember mit mehr als 10.000 Migrationen.

Allerdings verabschiedet sich Shopware nicht komplett vom Lizenzmodell, sondern fährt in Zukunft zweigleisig: Wer jetzt mit einer Cloud-Lösung einsteigt, kann später auf eine On-Premise-Lösung umsteigen, wenn etwa anhaltendes Wachstum neue Anforderungen an die verwendete Software stellt oder wenn steigender Umsatz eine SaaS-Lösung zu teuer macht. Ziel sei, so Hamann, Händlern zu ermöglichen, den kompletten Wachstumspfad mit nur einer Technologie zu beschreiten. Aufwändige Migrationsprozesse auf andere, leistungsfähigere Shopsysteme sollen dadurch überflüssig werden.

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Die "Starter Edition" von Shopware soll das Aufsetzen des Online Shops möglichst einfach machen.

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In der Cloud sind zunächst zwei Varianten verfügbar: die neue "Starter Edition" und die bereits bestehende "Professional Edition". Die Starter Edition ist vorwiegend für Startups und Unternehmensgründer gedacht, die schnell und kostengünstig auf den Markt wollen sowie für kleine Händler, die nicht über viel technisches Vorwissen verfügen.

Umsatzbeteiligung und Nutzungsgebühr

In der "Free"-Version ist die Shop-Einrichtung komplett kostenlos, erst mit den ersten Bestellungen im Online Shop fällt eine Umsatzbeteiligung von drei Prozent an. In der "Advanced"-Version bezahlt der Händler eine Nutzungsgebühr in Höhe von 29 Euro pro Monat, dafür aber nur 1,9 Prozent je Transaktion. Ein Wechsel von der Free- in die Advanced-Version ist jederzeit möglich, betont Hamann. Darüber hinaus können mittelständische Unternehmen oder Konzerne die Starter Edition für erste Schritte in Richtung Digitalisierung oder für das Testen neuer Märkte und Produkte mit einem MVP-Ansatz (Minimum Viable Produkt = kleinstes tragfähiges Produkt) nutzen.

Um den Einstieg zu erleichtern, stehen über eine Kooperation mit dem Payment Service Provider Mollie eine komplette Payment-Lösung sowie in Zusammenarbeit mit dem Versandtool Sendcloud eine Anbindung an Logistik-Dienstleister zur Verfügung.

Auch die "Professional Edition" von Shopware steht jetzt als Cloud-Version bereit. Sie kostet 199 Euro im Monat plus 0,5 Prozent je Transaktion. Zum Vergleich: Für die On-Premise-Version der Professional Edition werden derzeit einmalig 2.495 Euro fällig. Ergänzt werden die Cloud-Varianten durch ein neues App-Ökosystem, das vergleichbar mit dem jetzigen Plugin-Store künftig Erweiterungen und Ergänzungen von Partnern aus dem Entwickler-Netzwerk bereitstellt. Nach und nach soll so die ganze Bandbreite der bisher verfügbaren Features auch für die neuen Cloud-Produkte verfügbar gemacht werden, erklärt Hamann. Gehostet werden die Shops in der AWS (Amazon Web Services) Cloud.

Der letzte Schritt in die Cloud soll dann im kommenden Jahr erfolgen. Dann wird auch die Enterprise-Edition von Shopware cloud-basiert verfügbar sein - als Platform-as-a-Service (PaaS). Diese PaaS-Version soll die größtmögliche Flexibilität für komplexe E-Commerce-Projekte sichern, indem sie eine skalierbare und hochperformante, durch Shopware selbst gemanagte Cloud-Infrastruktur bietet. Partner für diese Multi-Cloud-Plattform ist der französische PaaS-Anbieter Platform.sh. Die Pilotphase läuft bereits, Start soll 2021 sein.

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