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Gastkommentar Wie sich das E-Commerce-Marketing 2022 entwickelt

Joscha Krug, Gründer Makaira

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Die letzten Jahre und insbesondere die beiden Corona-Jahre haben dem E-Commerce-Marketing in Deutschland auch technisch einen beachtlichen Schub gegeben. Wie sich das E-Commerce-Marketing 2022 entwickelt, erklärt Joscha Krug, Gründer Makaira.

Von Joscha Krug, Gründer Makaira

Erster Trend: Shopify als Profi-Shop-System

Keine Frage, Cloud und Software-as-a-Service liegen im Trend. Das gilt auch für Shopsysteme - schließlich müssen diese zwar Traffic-Spitzen an Tagen wie dem Black Friday standhalten, dürfen aber gleichzeitig nicht die knappen Margen im Handel auffressen. Der große Gewinner dieser Entwicklung wird meines Erachtens Shopify mit seinem Shopify Plus sein. Denn die Einfachheit in der Bedienung, die Stabilität und der Preis machen das System nicht nur für Marken relevant, die gerade erst ihr direktes Endkundengeschäft (D2C) starten wollen, sondern auch für große Händler. Eines der ersten großen Unternehmen in Deutschland, die diesen Trend erkannt haben, war unser Kunde Fielmann, der unser Makaira Frontend genutzt hat, um einen Shopify-Shop umzusetzen.

Zweiter Trend: Composable Commerce

Der zweite Trend für 2022 aus meiner Sicht hängt indirekt mit dem ersten zusammen - er heißt Composable Commerce. Dahinter verbirgt sich die Idee, seinen Shop aus den besten Systemen in ihrem Bereich zusammenzusetzen: Genau, wie man also sein Fahrrad mit Bosch-Motor und Schimano-Schaltung kauft, so hat der Shop eine Empfehlungs-Engine von Anbieter a, die Suche von Anbieter b etc.

Zusätzlicher Vorteil: Wenn sich in einem Feld ein neuer "State-of-the-Art" etabliert, oder das eigene Team eine gute Idee hat, muss man nicht den gesamten Shop tauschen, um zu profitieren.

Dritter Trend: B2B-Marketing wird digitaler

Ein relativ sicherer Ort für Digitalverweigerer unter den Marketern war lange Zeit die B2B-Branche. Doch daran hat sich seit Corona einiges getan, und die Öffnung geht weiter. Ein erster Schritt wird kommendes Jahr allgegenwärtig werden: das Einsammeln von Leads. Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen derzeit noch hochwertigste Information zum einfachen Download anbieten, ohne dass sie nachher wissen, wer die Leser sind. Ich rechne damit, dass es Infos 2022 dank Tools wie unserem B2B-Leadbooster hochwertige Informationen ausschließlich gegen Kontaktdaten gibt. Doch Obacht, liebe B2B-Marketer, das Einverständnis zum Mailempfang ist keine Lizenz zum Spammen!

Vierter Trend: Viele Landingpages

"Google is every brands homepage", hieß es früher mal. Zukünftig gilt: Jede Traffic-Quelle eines Shops bekommt seinen eigenen Einstieg. Denn egal, ob ein Kunde über ein Werbebanner oder einen Influencer zu einem kommt - die besser Conversion erzielt man, wenn man auf der Zielseite den Ausgangspunkt wiedererkennt.

Für die E-Commerce-Systeme bedeutet dies, dass sie sehr flexibel sein müssen, im Anlegen neuer Landing Pages - inklusive Kuration passender Produkte und idealerweise auch Sonderangebote. 

Wichtigster Trend: In 4-Wochen-Schritten denken

Der wichtigste und übergreifende Trend für mich in 2022 hat mit der Arbeitsweise im E-Commerce zu tun. Ich denke, 2022 werden E-Commerce-Firmen in deutlich kürzeren Zyklen denken und arbeiten - sinnvoll wären aus meiner Sicht 4-Wochen-Schritte.

Neue Projekte werden also so aufgesetzt, dass man nach vier Wochen ein messbares Ergebnis generiert. Dieses kann dann getestet und bei Erfolg ausgerollt werden. Gerade in Kombination mit den Trends Composable Commerce und Software-as-a-Service schafft man mit so einer Struktur eine perfekte Verbesserungsmaschine, die dafür sorgt, dass laufend messbar besser wird.

Shop-Tec - das ist nicht nur eines der wichtigsten Themen für Händler, sondern auch einer der Schwerpunkte der MOONOVA Expo 2023 in München: Am 14. und 15. März 2023 findet das Top-Event für E-Commerce-Entscheider statt. Alles, was in München passiert, wird zudem über die Event-Plattform gestreamt. Am 16. März gibt es on top ein rein digitales Weiterbildungsprogramm.
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