INTERNET WORLD Business Logo Abo
Opening soon

Für Shop-Betreiber 10 Tipps für einen erfolgreichen Relaunch im E-Commerce

shutterstock.com/Franck_Boston
shutterstock.com/Franck_Boston

Eine gute Planung ist für jeden Relaunch das A und O. Shop-Betreiber müssen zusätzlich auf besondere Herausforderungen achten, wenn sie ihrem Online Shop einen neuen Anstrich geben wollen. Zehn Tipps für den Relaunch.

Die Gründe für einen Relaunch sind vielfältig: eine Optimierung für die mobile Nutzung, der Wunsch nach einem moderneren Design oder ein komplettes Rebranding der Marke. Was Shop-Betreiber beachten müssen, wenn sie ihrem Shop einen neuen Anstrich verleihen, hat die dc AG, Hersteller von Webshop-Software, zusammengefasst:

1. Der beste Relaunch ist kein Relaunch

Ein großer Relaunch kann durch Veränderungen in kleinen Zwischenschritten vermieden werden. Idealerweise wird ein Webshop als ein 24/7-Projekt betrachtet, dem kontinuierlich neue Funktionen und Verbesserungen hinzugefügt werden. Durch regelmäßige Updates wird ein Shop-Relaunch in einer Hau-Ruck-Aktion überflüssig und auch die Bestandskunden werden nicht überrumpelt.

2. Puffer statt Countdown

Für einen Relaunch sollte lieber ein ungefährer Zeitplan statt eines festen Datums eingeplant werden. Wer einen großen Relaunch anstrebt, sollte großzügige Puffer für Verzögerungen einplanen - die sind bei solch umfangreichen Projekten erfahrungsgemäß unvermeidlich.

Damit Mitarbeiter, Marketingpartner und beteiligte Agenturen ihre Aktivitäten daran anpassen können, sollten sie rechtzeitig über den anstehenden Relaunch und den angesetzten Zeitplan informiert werden.

Es sollte dabei auf keinen Fall ein festes Datum oder gar ein Countdown nach außen kommuniziert werden. Steht der Relaunch dann unmittelbar bevor, kann eine professionelle Offline-Seite Kunden darüber aufklären, warum und wie lange der Shop voraussichtlich nicht nutzbar sein wird.

3. Altbewährtes beibehalten

Beliebte Elemente des alten Shops sollten auch im neuen Shop wiederzufinden sein. Selbstverständlich ist es das Ziel, den Kunden durch einen Relaunch einen neuen und verbesserten Shop anzubieten. Dennoch sollte dabei nicht vergessen werden, auch die bisherigen Lieblingsfunktionen der Kunden und andere gut laufende Bestandteile des alten Shops zu übertragen. Ein Blogbeitrag, der bei Google auf Seite 1 rankt, besondere Zahlungsarten, zusätzliche Felder in der Suche - all das sollte bestenfalls auch nach dem Relaunch noch vorhanden sein.

4. Testen, testen, testen

Es sollten ausreichend lange Testphasen eingeplant und das Nutzerverhalten analysiert werden. Der neue Shop muss später problemlos auf den unterschiedlichen Devices und Browsern ausspielbar sein. In Performance-Tests kann das Verhalten der Seite in erwartbaren Peak-Zeiten simuliert und das Nutzerverhalten in einer Beta-Version getestet werden. Hierfür lassen sich auch ausgewählte Bestandskunden in Usability-Tests einbinden, wofür man sich mit einem Gutschein oder mit Rabatten bedanken sollte. Dadurch fühlen sich die Kunden wertgeschätzt und man erfährt im Gegenzug, wie die Neuerungen bei der Zielgruppe ankommen. Außerdem müssen Schnittstellen wie die zur ERP-Software und zu externen Tools wie Google Analytics, Newsletter-Anbietern und dem Cookie-Banner getestet werden. 

5. An die rechtlichen Aspekte denken

Ein Fachanwalt sollte die Rechtssicherheit des neuen Shops prüfen. Ein Relaunch kann auch die rechtlichen Aspekte eines Shops verändern. Die Prüfung von AGB, Datenschutzrichtlinien, Impressum, Cookie-Banner usw. übernimmt am besten ein Experte. Dieses Thema sollte nicht vernachlässigt werden, da sonst neben finanziellen Schäden - durch Abmahnungen und Bußgelder - auch mit Imageschäden und dem Vertrauensverlust der Kunden gerechnet werden muss. 

6. Zahlungsanbieter einbeziehen

Die Online-Payment-Partner sollten rechtzeitig über den Relaunch informiert werden. In der Regel wollen Zahlungsanbieter bei großen Veränderungen prüfen, ob auch der neue Shop ihre Qualitätskriterien erfüllt. Um genügend Zeit für Nachbesserungen zu haben, sollte die Prüfung mit ausreichend Vorlauf angesetzt werden. Dasselbe gilt für Qualitätssiegel. Wer solche im Shop nutzt, sollte auch hierfür eine erneute Überprüfung durch den Anbieter initiieren.

7. Weiterleitungen einrichten

Die Suchmaschinen sollten durch 301-Weiterleitungen über den Umzug des Shops informiert werden. Damit der Shop auch nach dem Relaunch gut auffindbar ist und Verlinkungen weiterhin funktionieren, braucht es ein durchdachtes Weiterleitungsmanagement für die bei Google und Co. gelisteten Seiten. 301-Weiterleitungen informieren über den Umzug der Seite und darüber, dass nun die neue Version indiziert werden muss. 

8. Kampagnen um den Go-Live herum runterfahren

Die Verlinkungen der Kampagnen sollten angepasst und Anzeigen rund um den Live-Gang deaktiviert werden. Damit das wertvolle Werbebudget nicht verpufft, sollte man während des Relaunches und bis zu zwei Tage danach die Anzeigen herunterfahren und auch die Verlinkungen der SEA- und Display-Kampagnen aktualisieren. Aber Achtung:  Nach dem Relaunch sollte nicht vergessen werden, die Aktionen und Kampagnen wieder zu reaktivieren und gegebenenfalls an veränderte Bedingungen des Shops anzupassen.

9. Service und Support einplanen

Den Kunden sollte der Relaunch durch einen vorausschauenden Service und zeitnahen Support erleichtert werden. Alle aktuellen Kundenkonten und die jeweiligen Log-In-Daten sollten unbedingt weiterhin bestehen bleiben. Auch Gutschein-Codes dürfen durch den Relaunch auf keinen Fall ihre Gültigkeit verlieren. Die Kunden brauchen das beruhigende Gefühl, dass sich für sie nichts Gravierendes verändert und sie immer noch im Fokus stehen. Daher ist es ratsam, sich auch für die Zeit kurz nach dem Relaunch zusätzliche Kapazitäten für den Support freizuhalten. So kann man schnellstmöglich reagieren, sollte es dennoch zu Schwierigkeiten kommen.

10. Einen Plan B haben

Als Plan B sollte ein Backup des alten Shops bewahrt werden. Wenn trotz guter Planung und der Berücksichtigung dieser Tipps etwas auf dem Weg zum neuen Shop schiefgehen sollte, gibt es dank eines Backups immer noch den Weg zurück zur alten Version. Von hier aus kann dann analysiert werden, woran es gehapert hat und ein neuer Anlauf gestartet werden - bestenfalls wie eingangs empfohlen, in kleineren Schritten.

Das könnte Sie auch interessieren