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Niklas Östberg, CEO Delivery Hero

Lieferdienst

Delivery Hero: Einstiges Start-up setzt Fokus außerhalb Europas

Niklas Östberg ist CEO des DAX-Aufsteigers Delivery Hero

Delivery Hero

Niklas Östberg ist CEO des DAX-Aufsteigers Delivery Hero

Delivery Hero

Einst war Delivery Hero hierzulande vor allem unter seiner Marke "Lieferheld" bekannt. Inzwischen macht der DAX-Aufsteiger seine Geschäfte bevorzugt außerhalb Europas. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Mitte ersetzt im Aktienindex die abgestürzte Wirecard AG

Verbraucher in Deutschland haben mit dem neuen Dax-Mitglied und einstigen Start-up Delivery Hero schon länger keine Berührung mehr. Zwar betreibt der Lieferdienst in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter, davon rund 1300 in Berlin. Doch im vergangenen Jahr verkauften die Verantwortlichen das gesamte Deutschland-Geschäft.

Delivery Hero verdiente knapp eine Milliarde Euro mit dem Deal und investierte weiter kräftig in Märkte im Nahen Osten sowie in Nordafrika. Im vergangenen Jahr kam mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aus diesen Regionen. Auch in Asien ist Delivery Hero stark. In Europa ist der Konzern hingegen fast ausschließlich in nord- und osteuropäischen Ländern aktiv. Im Westen sieht Konzernchef Niklas Östberg zu wenig Wachstumspotenzial.

Gegründet wurde Delivery Hero im Jahr 2011 als GmbH. Auf seiner Plattform vermittelt der Konzern auf Provisionsbasis Lieferdienste zwischen Restaurants und deren Kunden. Allerdings betreibt Delivery Hero auch eigene Lieferdienste und Großküchen.

2017 ging der Konzern an die Börse. Die Umsätze steigen seit Jahren stark. Im laufenden Jahr rechnet Delivery Hero mit Erlösen zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro - trotz Corona. Das Unternehmen gilt als ein Gewinner der Krise - was sich auch im Aktienkurs widerspiegelt.

Durch den Verkauf der Deutschland-Marken erzielte Delivery Hero im vergangenen Jahr zwar einen Gewinn. Doch operativ schreibt das Unternehmen weiterhin rote Zahlen. Wann das laufende Geschäft die Kosten decken könnte, lässt das Unternehmen bislang offen. Es sei weiter im Aufbau, hob das Management nach dem Dax-Aufstieg hervor. "Die Aufnahme in den Dax ist die Bestätigung, dass der Kapitalmarkt an unsere Plattform glaubt", sagte Östberg.

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