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Google-Shopping-Graph

Erweiterte Partnerschaft mit Shopify Google baut E-Commerce-Aktivitäten aus

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Amazon läuft Google beim Thema Produktsuche den Rang ab. Schon länger investiert der Suchmaschinenkonzern daher in seine E-Commerce-Strategie. Auf der aktuellen Entwicklerkonferenz I/O wurden neue Maßnahmen vorgestellt.

Google will seine Partnerschaft mit der Shopsoftware Shopify erweitern und damit seine E-Commerce-Aktivitäten forcieren. So sollen die über 1,7 Millionen Shopify-Händler - mit Fokus auf kleinen und mittelständischen Unternehmen - nun ihre Kunden besser über die Google-Suche und andere Dienste erreichen können.

Konkret ermöglicht es die Integration Händlern, sich mit nur wenigen Klicks anzumelden und ihre Listings online zu stellen. Kunden könnten die Produkte dann in Google Search, Shopping, YouTube, Maps, Google Images und weiteren Diensten entdecken.

Genauere Informationen dazu gab es auf Googles Entwicklerkonferenz I/O noch nicht, diese sollen aber folgen. Shopify selbst indes ist nicht untätig, was E-Commerce-Partnerschaften angeht: Die Shopsoftware kooperiert auch mit anderen großen Plattformen, darunter Facebook und TikTok - und jüngst Pinterest. Und man arbeitet mit Walmart zusammen, um den Online-Marktplatz des Einzelhändlers zu erweitern.

Shopping Graph

Überraschend kommen die Pläne aber nicht, hat Google doch stark mit Amazons zunehmender Dominanz in der Produktsuche zu kämpfen: Viele Nutzer starten diese nicht mehr auf Google, sondern direkt auf dem Online-Marktplatz. Daneben investiert Amazon zunehmend ins Werbegeschäft, was Googles eigenes Business mit Anzeigen bedroht.

Hier will Google nun mit seinem Shopping-Graph angreifen: Das ist ein dynamisches, KI-gestütztes Modell, das eine sich ständig verändernde Menge an Daten zu Produkten, Händlern, Marken, Bewertungen und vor allem Produktinformationen und Bestandsdaten, die Google direkt von Marken und Händlern erhält, zusammenführt. 

Graph

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Nach eigenen Angaben kaufen Menschen mehr als eine Milliarde Mal pro Tag über Google ein. Der Google Shopping Graph will dieses Einkaufen erleichtern, indem er Käufer mit über 24 Milliarden Angeboten von Millionen von Händlern im gesamten Web verbindet. Er arbeitet in Echtzeit, sodass die Nutzer die Produkte entdecken und einkaufen können, die gerade verfügbar sind. Der Graph ist bei den Google-Diensten übergreifend im Einsatz, egal ob jemand Produkte über die Google-Suche entdeckt oder Videos auf YouTube anschaut.

Das betrifft auch ein neues Feature, das Google ebenfalls ankündigte. Wie onlinemarketing.de schreibt, sollen User bald in der Lage sein, Produkte in Screenshots zu suchen. Hierzu öffnen sie einfach den Screenshot in Google Fotos und wählen die Option "Search Inside Screenshot". Die Google Lens wird daraufhin das Bild analysieren und die Suchergebnisse für identifizierbare Produkte ausspielen. Das neue Feature soll vor allem der wachsenden Bedrohung durch TikTok und Facebook und deren Investitionen in den E-Commerce entgegenwirken.

Ehe die Shopping Graph-Funktionalität wirklich funktionieren kann, muss Google aber dafür sorgen, dass die Verbraucher das Einkaufen von Produkten über Google tatsächlich als nützlich empfinden, mahnt techcrunch.com. Das sei auch der Grund, warum Google im vergangenen Jahr Händlern die Möglichkeit gab, ihre Produkte kostenlos über Google zu verkaufen - eine Änderung, die laut Google zu einem 80-prozentigen Anstieg der Zahl der Händler auf Google führte, wobei die "große Mehrheit" kleine und mittelständische Unternehmen sind.

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