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IDN

Kyrillisch und Umlaute ICANN und EURid wollen internationalisierte Domains stärken

Shutterstock/Profit Image
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Müller.de oder домен.ykp - Internet-Adressen wie diese sind bereits seit vielen Jahren möglich, haben sich aber noch nicht durchgesetzt. Die internationalen Domain-Organisationen ICANN und EURid wollen dies ändern und habe eine entsprechende Initiative gestartet.

Eigentlich eine gute Idee, die sich aber bislang nicht durchgesetzt hat: Gut acht Millionen IDN-Adressen sind weltweit registriert, das sind nur rund 2,5 Prozent des Gesamtbestandes aller registrierter Domains auf der Welt. IDN steht für "Internazionalized Domain Name", also Internet-Adressen, die lokale Schreibweisen und Zeichensätze berücksichtigen. Bei Gründung des Domain Name Systems (DNS) in den 1980er Jahren war nämlich festgelegt worden, dass Domain-Adressen ausschließlich aus Standard-ASCII-Zeichen bestehen dürfen - deutsche Umlaute sind damit ebenso ausgeschlossen wie kyrillisch, arabisch oder japanisch geschriebene URLs. Theoretisch können zwar auch andere als die Standard-ASCII-Zeichen genutzt werden, doch praktisch wird das kaum getan.

Bei Kyrillisch setzt es aus

Jetzt haben sich zwei Organisationen mit Gewicht auf ein sogenanntes Memorandum of Understanding geeinigt: ICANN, die Internet Corporation of Assigned Names and Numbers übt die oberste Aufsicht über das DNS aus, und EURid ist als Registry verantwortlich für die europäische Domain .eu.

Beide wollen die "Universal Acceptance" von IDN-Domains stärken, denn daran mangelt es bislang: Browser und andere Internet-Eingabegeräte unterstützen IDN-Domains oft nicht. Allein die Buchstaben домен (Domain auf Kyrillisch) in einen westlichen Browser einzugeben, ist quasi unmöglich.

Und wenn am einen Ende der Welt eine URL eingegeben wurde, sollte sie am anderen Ende in eine dort lesbare Variante übersetzt werden - was kaum jemals passiert.

Der Schaden, der durch diese Verständnisprobleme entsteht, ist beträchtlich. Nach Schätzungen der ICANN gehen der Weltwirtschaft durch fehlende Unterstützung von IDN-Domains jährlich zehn Milliarden US-Dollar verloren. Dass bei dem Projekt "Universal Acceptance" ausgerechnet die .eu-Rgistry EURid mit im Boot ist, ist kein Zufall. Denn EURid besitzt bereits einige Erfahrungen mit Domain-Registrierungen in nicht-lateinischer Schrift.

Bislang wenig Nachfrage

Schließlich können auch Bürger und Unternehmen aus Griechenland und Bulgarien .eu-Domains registrieren, in beiden Ländern wird offiziell nicht mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Besonders beliebt sind lokalisierte Domains in diesen beiden EU-Mitgliedsstaaten jedoch noch nicht. Europaweit sind derzeit rund 3,7 Millionen .eu-Domains registriert, davon nur rund 4.000 in anderen Schriftsätzen als Lateinisch.  

Wie genau ICANN und EURid die "Universal Acceptance" voranbringen wollen, ist noch nicht bekannt. Experten rechnen damit, dass sich die beiden Organisationen für die Definition von technischen Standards einsetzen werden, die eine Interoperabilität von Internet-Anwendungen über Sprachgrenzen hinaus erleichtern.

Onlinehändler, die eine Expansion in Europa und darüber hinaus planen, sollten IDN-Domains auf jeden Fall auf dem Zettel haben. Es ist sicherlich kein Fehler, sich vor dem Markteintritt in ein Land abseits des lateinischen Zeichensatzes eine Domain in Landessprache zu sichern - oder diese gegebenenfalls einzuklagen, falls ein Cybersquatter (Domainbesetzer) schneller war.

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