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Suchmaschinen-Ranking SEO-Falle Duplicate Content (Teil 2)

shutterstock.com/blan-k
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Doppelter Inhalt - auch Duplicate Content genannt - kann zum SEO-Problem werden - besonders wenn er auf mehreren Websites auftaucht. Analyse-Tools können hier weiterhelfen.

Von Stephan Sieglich

Duplicate Content (DC) - ein großes SEO-Problem - teilt sich in zwei Bereiche auf: in internen DC, ­Inhaltsdopplungen, die innerhalb einer Website passieren, und in externen DC, also ­Inhaltsdoubletten, die auf verschiedenen Websites auftreten. Externer DC unterteilt sich nochmals in zwei Rubriken.

Duplicate Content auf eigenen Domains:

- Inhalte sind über mehrere angemeldete Domains erreichbar. Beispiel: www.ihr-shop.de/kategorie und www.ihr-onlineshop.de/kategorie.
- Domain-Umzug: Alle Seiten sind noch unter der alten Domain bei Google indexiert und die neue Domain liefert dieselben Inhalte nun unter einer völlig neuen Domain und URL.

Problemvermeidung: 301-Weiterleitung der alten Seite zur Version, die indexiert werden soll.

Duplicate Content auf der eigenen ­Domain und den Domains anderer Website-­Betreiber:

- Kopierte oder sehr ähnliche Produkt­beschreibungen
- Über mehrere Presseportale/Websites publizierte Pressemitteilungen
- Content-Diebstahl, Content-Scraping

Problemvermeidung: individuelle Texte verfassen, eigene Inhalte zunächst auf der eigenen Website veröffentlichen, Antrag zur Entfernung urheberrechtlich geschützter Inhalte gemäß Digital Millenium Copyright Act (DMCA) bei Google stellen.

Wie erkennt Google den Urheber von Content?

Wenn externer Duplicate Content auftritt, kommt natürlich die Frage auf, wie ­Google den Urheber des Originaltextes identifiziert. Am wahrscheinlichsten ist, dass Google den Text als Original ansieht, der zuerst indexiert wurde.

Für neue Websites kann dies von Nachteil sein, weil ihr Originalinhalt eventuell später indexiert wird als die kopierte Version auf einer Wettbewerber-Website, welche häufiger gecrawlt wird. Dies ist natürlich ärgerlich, da das Original in diesem Fall von Google als Kopie angesehen wird.

Deshalb sollte jeder Website-Betreiber bei der Bereitstellung von Produktinformationen (etwa für Preisvergleichsportale per Produktfeed) genauestens darauf achten, dass sich die eigenen Inhalte bereits im Google-Index befinden. Darüber hinaus ist es natürlich immer von Vorteil, wenn der Googlebot möglichst oft die eigene Website besucht, um diese zu crawlen und neue Inhalte zu indexieren.

Im Folgenden werden nun Analysemöglichkeiten vorgestellt, die manuell oder durch Tools durchgeführt werden können, um internen und externen Duplicate Content zu erkennen.

Enthält meine Website Duplicate Content?

Eine kostenlose Möglichkeit, Duplicate Content ausfindig zu machen, ist die Google Extension Google Similar Pages. Sie ist ein Add-on zum Google Chrome Browser und kann direkt im Chrome Web Store geladen werden. So werden Websites gefunden, die der eigenen Seite ähnlich sind.

Ein weiteres Tool ist der Siteliner (www.siteliner.com). Dort kann man den Content einer Seite mit der kostenlosen Variante im Detail analysieren. Außerdem sind natürlich kostenpflichtige Tools wie zum Beispiel Onpage.org in der Lage, entsprechende Analysen durchzuführen.

Besteht der Verdacht, dass eine andere Website Ihre Inhalte kopiert hat, können Sie durch eine einfache, exakte Suche mit Anführungsstrichen in Google herausfinden, ob dem tatsächlich so ist (z. B. Suche nach: „dies ist ein kopierter Textteil“). ­Alternativ kann der kostenlose Duplicate Content Checker der SEO Review Tools genutzt werden. Dieser zeigt neben internem Duplicate Content auch an, wo es ­externen Duplicate Content gibt.

Um herauszufinden, ob andere Websites identische Bilder nutzen, kann die Extension Search By Image genutzt werden.

Praxisbeispiele für externen Duplicate Content

Kopierte Produktbeschreibungen: Ein sehr häufiges Problem bezüglich externem Duplicate Content bei Online-Shops stellen Produktbeschreibungen dar. Da ein großer Aufwand nötig ist, um diese Texte umzuschreiben und individuell zu verfassen, werden häufig die Texte der Hersteller oder anderer Websites übernommen.

Wenn Produkte über mehrere ­Online-Kanäle, Partner und Plattformen vertrieben werden, kann es dazu kommen, dass die gleichen Produktbeschreibungen auf zahlreichen, unterschied­lichen Domains vorkommen. Somit entstehen x-fach Kopien des Inhalts. Im ­Idealfall sollten immer individuelle Beschreibungen für die Website verfasst werden, um Duplicate Content von ­Beginn an SEO-Technisch zu vermeiden. Das hilft auch, den eigenen Shop gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren.

Pressemitteilungen: Bei PR-Texten liegt es in der Natur der Sache, dass bei ihrer Streuung doppelter Inhalt auf unterschiedlichen Websites entstehen, da diese meist über mehrere Presseverteiler und Websites versendet werden.

Will ein Unternehmen als Urheber ­einer Pressemitteilung erkannt werden, ist es unumgänglich, die entsprechenden Texte zunächst auf der eigenen Website zu veröffentlichen und diese erst im Anschluss über andere Websites zu streuen. Möchte ein Website-Betreiber dagegen ­einen Inhalt aus Pressemitteilungen übernehmen, sollte der Text nicht nur oberflächlich verändert, sondern komplett neu geschrieben werden.

Duplicate Content bei Bildern

Extern:
Taucht ein und dasselbe Bild auf der eigenen wie auch auf einer anderen Website auf, führt dies auch zu doppeltem Inhalt - das passiert besonders häufig bei Produktbildern vom Hersteller. Hierbei ist es wichtig, dass die Urheberrechte für dieses Bild nicht verletzt werden.

Es empfiehlt sich deshalb, stets ein Copyright für jedes Bild auf der eigenen Website mit anzugeben. Google erkennt, welche Bilder bereits per "Copyright ­Removal Request" gemeldet wurden und stuft entsprechende Seiten schlechter ein.

Intern:
Werden dieselben Bilder mehrmals auf der eigenen Seite verwendet (vorausgesetzt es sind ­eigene Bilder oder es bestehen Urheberrechte), ist dies kein ­negativer Rankingfaktor. Im Gegenteil: Google sieht die mehrfache Platzierung eines Bildes als Wertung an und weist diesen Bildern einen höheren Stellenwert für die Website zu.

Fazit: Viele Puzzleteile

Die in Folge 1 Duplicate Content erkennen und vermeiden und Folge 2 unserer Reihe vorgestellten Punkte sind nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die für die Suchmaschinenoptimierung genutzt werden können. Alle Faktoren setzten sich wie Puzzleteile zusammen - Duplicate Content ist vielleicht ein kleiner, aber dennoch entscheidender Stein im Spiel, wenn SEO gelingen soll.

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