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Steigende Nachfrage nach Berufseinsteigern in der digitalen Wirtschaft

Steigende Nachfrage nach Berufseinsteigern in der digitalen Wirtschaft Online-Profis verzweifelt gesucht

Qualifizierte Arbeitskräfte in der Online-Branche sind gefragt wie nie. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zusammen mit der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) durchgeführt hat. 

Gesucht werden vor allem Berufseinsteiger mit einem Hochschulabschluss. Die drei Fachbereiche Projektmanagement, Informationstechnologie und Marketing/Vertrieb würden den größten Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften verzeichnen, so das Ergebnis der Studie: Drei Viertel der befragten Unternehmen hätten aufgrund des Fachkräftemangels Probleme, geeignete Kandidaten zu finden.

"Ein klassisches Wirtschaftsstudium kann Berufseinsteiger für diese Branche kaum noch angemessen qualifizieren", erklärt Philipp Riehm, Professor an der MHMK in Hamburg: "Benötigt werden stattdessen spezifisch ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler, die sich bereits im Studium in der nötigen Tiefe mit den Besonderheiten digitaler Geschäftsmodelle beschäftigt haben." 

Über 71 Prozent der befragten Unternehmen nennen laut Studie das Fehlen entsprechender Kompetenzen als Hauptgrund für den Mangel an qualifizierten Berufsanfängern. Rund 65 Prozent führen zudem die geringe Ausbildungszahl an Berufsanfängern als Grund an. Gefragt sind vor allem Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss. Demnach suchen die meisten Unternehmen nach Wirtschaftswissenschaftlern (82 Prozent), gefolgt von Absolventen aus Informatik- und Technikstudiengängen (74 Prozent). Auch für Sozialwissenschaftler meldeten über die Hälfte der befragten Unternehmen einen mittleren bis hohen Bedarf an.

"Der Bedarf seitens der Unternehmen der digitalen Wirtschaft an Fachkräften ist hoch, so dass qualifizierte Berufsanfänger insgeheim als Gewinner auf dem Arbeitsmarkt gelten", sagt BVDW-Geschäftsführerin Tanja Feller: "Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass der beklagte Fachkräftemangel für das weitere Wachstum der digitalen Wirtschaft überwunden werden muss. Diese Fußfessel der gesamten Branche kann mit qualifizierten Angeboten in Aus- und Weiterbildung abgelegt werden." 

Für die Untersuchung von BVDW und MHMK wurden 240 Unternehmen aus verschiedenen Geschäftsfeldern der digitalen Wirtschaft im Zeitraum vom 26. März bis 25. April 2012 befragt. Der BVDW stellt die vollständigen Studienergebnisse auf seiner Website kostenlos zur Verfügung.

Universitäten und Hochschulen reagieren auf die steigende Nachfrage nach Fachkräften in der digitalen Wirtschaft mit einem immer breiter werdenden Spektrum an entsprechenden Ausbildungen. Dabei sind vielfältige Spezialisierungen möglich. Neben Studiengängen wie E-Business oder Online Marketing gibt es inzwischen auch Angebote mit dem Schwerpunkt Social Media. INTERNET WORLD Business hat hierzu einen Hochschul-Guide erstellt, der eine Übersicht über Studiengänge im Bereich der Online-Branche bietet.

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