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Mobile SEO

Serie, Teil 1 Mobile SEO 2018: Keywords finden und einsetzen

shutterstock.com/fatmawati achmad zaenuri
shutterstock.com/fatmawati achmad zaenuri

SEO ist längst zum Standard im Marketing geworden und doch steckt der Teufel im Detail: Wer Suchmaschinen für sich nutzen will, muss seine Webseiten entsprechend optimieren.

Von Claudia Baake, Unit Director Beratung Digital Marketing bei Rekordmarke

Millionen von Suchanfragen werden täglich allein über Google gestellt. Durch Suchmaschinenoptimierung, bekannt als SEO (Search Engine Optimiza­tion), kann eine Webseite dies für sich nutzen, Reichweite generieren und eine ­Marke in dem Moment präsentieren, in dem ein potenzieller Kunde nach genau diesen Angeboten oder Leistungen sucht.

Zielgruppen- und Wettbewerbsanalyse

Entscheidend für erfolgreiche SEO ist, dass Wettbewerb und Zielgruppen bestens bekannt sind. Detaillierte Zielgruppen- und Wettbewerbsanalysen sind daher das A und O. Nur wer seine Seitenbesucher kennt, kann deren Interessen auch begegnen und die angebotenen Produkte so präsentieren, dass sie Kunden überzeugen. Um hier einen ersten Überblick zu erlangen, sollten sich Webshop-Betreiber die besten organischen Suchergebnisse ansehen, die für ihre wichtigsten Keywords bei Suchanfragen angezeigt werden - gleichzeitig offenbart dies auch, was die Konkurrenz macht.

Dabei sollte jedes Angebot stets in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Produkttexte für Rucksäcke kommen nicht ohne Größenangabe aus, bei Kosmetika müssen die Inhaltsstoffe benannt werden und Kleidungsstücke gibt es in der Regel in verschiedenen Farben und Größen. Um dies für die Produkte und die Zielgruppe der eigenen Website zu definieren, bietet sich eine Themen-Mindmap an. Sie beantwortet die wichtigsten Kundenfragen und ermittelt darüber treffende Keyword-Gruppen. Hier ist Kreativität gefragt, die schon bei der Beantwortung einfacher W-Fragen zum Produkt gehörig Input bekommt.

Keyword-Tools und der Wert von Suchbegriffen

Um Suchbegriffe, die bei der eigenen SEO genutzt werden sollen, ausfindig zu machen und zu prüfen, lassen sich verschiedene Keyword-Tools nutzen. Dabei kann zwischen einzelnen Suchbegriffen (Short-Tail- Keywords) und zusammenhängenden ­Anfragen (Long-Tail-Keywords) unterschieden werden. Long-Tail-Keywords werden zwar seltener gesucht, punkten dafür aber mit hoher Relevanz für den Werbungtreibenden. Ein Beispiel für Short- und Long-Tail-Keywords: Das Keyword "Rucksack" wird viele User liefern, diese haben ihren Bedarf jedoch nicht präzise formuliert. Die Erwartungen eines unschlüssigen Kunden zu erfüllen, ist deutlich schwerer, als jene zu begeistern, die beispiels­weise konkret nach einem "Rucksack mit Trinkblase" suchen. Top-Keywords bergen somit das Risiko, in User zu investieren, die letztlich keine Conversion erzielen.

Auch lohnt sich ein Blick auf jene Suchanfragen, die Ihrer Webseite bereits Impressionen oder Klicks einbringen. Lassen Sie diese Ergebnisse unbedingt in Ihre Analyse mit einfließen.

Im nächsten Schritt werden die Schlüsselbegriffe weiter ausgesiebt. Nur solche, die Angebot, Marke und Image treffend beschreiben, gelten als starke Keywords. Ein hohes Suchvolumen ist dabei weniger von Bedeutung. Diese Keywords bringen sicherlich viele Besucher auf die eigene Webseite, beeinflussen aber auch die Qualität des Traffics.

Nehmen Sie Ihre Website genau unter die SEO-Lupe

Beseitigen Sie als Nächstes die größten SEO-Baustellen Ihrer Seiten. Die Ladezeit einer Website spielt dabei eine wichtige Rolle und beeinflusst das Ranking im SEO. Googles Test auf Optimierung für Mobilgeräte kann hier helfen. Das Tool gibt für jede Webpräsenz an, wie gut diese hinsichtlich der Ladegeschwindigkeit aufgestellt ist, und weist zudem auch auf Fehler hin. Achten Sie dabei nicht nur auf die Desktop-Version Ihrer Seite. Die schnelle Verfügbarkeit von Internet-Seiten auf mobilen Endgeräten spielt nicht nur für User eine immer größere Rolle, Google rankt Seiten mittlerweile anhand der Mobilversion.

Haben Sie die Optimierungspotenziale erkannt, so ist es wichtig, diese in einer sinnvollen Reihenfolge - gemäß von SEO - zu bearbeiten. Die Behebung von Sicherheitsproblemen, die unter anderem über die Google Search Console angezeigt werden, steht dabei an erster Stelle. Anschließend geht es an die Bereiche und Themenfelder, mit denen Umsätze und Reichweite generiert werden. Controlling, Reporting und Nachsteuerung sind hier die Stichworte und sie finden sich daher auch im SEO wieder.

Keywords wirken nur, wenn sie richtig platziert werden

Noch vor ein paar Jahren wurden die ausgewählten Keywords so oft es ging auf der Website integriert, um ein gutes Ranking zu erzielen. So einfach ist die Optimierung für Suchmaschinen wie Google nicht mehr. Heute sind im ersten Schritt alle Meta-Informationen wie "Meta Title" und "Meta Description" zu pflegen. Diese werden dem Nutzer in seinem Suchergebnis angezeigt. Sie dienen daher nicht nur dem Ranking, sondern motivieren die User durch bewusst platzierte Produktvorteile und Call to Action (CTA) zur Reaktion und letztlich zum Besuch der Webseite. Anschließend werden alle Bilder beschrieben und betitelt, indem "Alt Tag" und "Title Tag" eingefügt werden. Der "Alt Tag" wird angezeigt, wenn ein Bild nicht geladen werden kann. Scrollen die User mit der Maus über ein Bild, wird der ­"Title Tag" sichtbar. Beide Tags lesen Such­maschinen aus, interpretieren darüber die Inhalte einer Webseite und ermitteln so das Ranking in der Ergebnisanzeige.

Der umfassendste Teil aber ist die Optimierung der Inhalte einer Webseite. Im Rahmen des Content Marketings sollten alle Informationen so aufbereitet werden, dass sie die Fragen von Seitenbesuchern beantworten und deren Erwartungen erfüllen. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen gehören an den Anfang. Nahezu jedes CMS (Content Management System) oder Shop-System bietet Felder für Meta-Informationen und Tags zu Bildern an. Viele Anbieter stellen außerdem Plug-ins und Erweiterungen bereit, um die Suchmaschinenoptimierungen zu erleichtern. Shop-Betreiber können dadurch jede einzelne Webseite mit passenden Meta-Daten wie beispielsweise "Rucksack mit Trinkblase" oder "Rucksäcke bis 20 Liter" versehen. Je spezifischer Keywords in die Webseiten integriert werden, desto besser kann eine Suchmaschine die Seiteninhalte ­interpretieren und Usern als Ergebnis zur Verfügung stellen.

"Viel hilft viel", gilt bei SEO schon lange nicht mehr. Die Intelligenz von Suchmaschinen wird permanent verbessert und lässt sich kaum mehr manipulieren. Hieß es noch vor wenigen Jahren, ein Keyword muss nur möglichst oft verwendet werden, um die Sichtbarkeit zu verbessern, verlangt der clevere Leser heute nach anderen Anreizen. Konkrete Anfragen und längere Suchbegriffe gewinnen weiter an Bedeutung, nicht zuletzt weil auch Siri, Alexa oder Cortana vorwiegend über Long-Tail-Keywords bedient werden. Wie bereits erwähnt, müssen Keywords daher Angebot und Image einer Webseite genau treffen, um von der relevanten Zielgruppe sofort gefunden zu werden.

Geben Sie Ihrem Webshop mit SEO neuen Auftrieb

Nur wenn Suchmaschinen genau verstehen, worum es auf einer Webseite geht, lotsen sie Besucher dorthin. Seitenbetreiber sollten auf die Keyword-Vergabe ihr Augenmerk legen und Begriffe definieren, die das eigene Angebot so charakterisieren, dass die richtige Zielgruppe sie auf Anhieb findet. Das muss nicht unbedingt nur ein Wort sein, denn auch zusammengesetzte Begriffe spielen eine wichtige ­Rolle. Stimmen Suchanfrage und Keyword überein, dann treffen potenzielle Kunden und Angebote einer Seite im Moment des Bedarfs aufeinander.

Ziel für jeden Seitenbetreiber muss es daher sein, auf die spezifischen Fragen der Nutzer passend zu antworten, um nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch die Qualität des Traffics zu erhöhen. Eine exakte Keyword-Recherche gibt daher nicht nur passende Such­begriffe an, sie hilft auch zu verstehen, wonach die Kunden im Internet suchen und was sie tatsächlich erwarten.

So wichtig Suchmaschinenoptimierung auch ist, Seitenbetreiber sollten diese stets mit Blick auf ihre anderen Marketing-­Kanäle betreiben. Nur wenn SEO Teil eines ausgewogenen Marketing-Mixes ist, kann sie optimal wirken. Aktivitäten in der ­Online-PR, beim Blog-Marketing oder in sozialen Netzwerken sind wahre Reichweiten-Booster für das organische Ranking und sollten genutzt werden.

Im zweiten Teil der Serie sollen einige Möglichkeiten der Mobile-First-Optimierung erläutert sowie die häufigsten Fehler aufgedeckt werden.

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