INTERNET WORLD Logo Abo
Steffen Hopf, Country Manager Deutschland Specific Media

Specific-Media-Deutschland-Chef über Myspace und Branded Content Wandel zum Digital-Media-Unternehmen

Steffen Hopf, Country Manager Deutschland Specific Media

Steffen Hopf, Country Manager Deutschland Specific Media

Seit Anfang 2012 vermarktet Specific Media das soziale Netzwerk Myspace selbst, das es im Juni 2011 von der News Corporation übernommen hat. Steffen Hopf, Country Manager Deutschland von Specific Media, erklärt im Interview mit internetworld.de, wie sich das Werbenetzwerk strategisch positioniert und welche Rolle Myspace spielen soll.

Specific Media bietet die Produktion von Branded Content an und hat im Juni 2011 Myspace gekauft. Welche strategischen Änderungen an Ihrem Geschäftsmodell sind damit verbunden?

Steffen Hopf: Specific Media hat sich zu einem Digital-Media-Unternehmen entwickelt. Wir bieten inzwischen weit mehr als Targeting und das klassische Ad Network Business: Unser Angebot reicht von der Contenterstellung über die treffgenaue Auslieferung von Display und Video-Kampagnen bis hin zum Reporting – wir verstehen uns als Full-Service-Anbieter und Partner von Agenturen, Advertisern, Publishern und Content-Providern.

Seit diesem Jahr haben wir mit unseren eigenen Myspace Studios in London zudem eine eigene Kreationsabteilung für Bewegtbild. Neben der Möglichkeit, dort Branded Entertainment für Werbekunden zu produzieren, haben bereits verschiedene Bands die Studios genutzt, um Musikvideos zu drehen, die dann natürlich auch auf Myspace zu sehen sein werden. Specific Media ist übrigens die einzige Company der Branche, die eigene Produktionsstudios in Europa hat.

Welch Pläne verfolgt Specific Media mit Myspace?

Hopf: Wir arbeiten daran, Myspace wieder zu dem zu machen, was es einmal war: Ein Social Network für Musikbegeisterte mit einem verbesserten Look & Feel und wirklich nützlichen Funktionen sowohl für User als auch für Künstler. Das Netzwerk ist noch immer hochinteressant für alle Beteiligten: Es ist die größte kostenlose Musik- und Video-Bibliothek der Welt, Künstler wie Beyoncé, Kate Perry oder Adele wurden auf Myspace entdeckt und Advertiser treffen dort auf eine der interessantesten Zielgruppe: 84 Prozent aller Myspace User sind zwischen 13 und 34 Jahren. Von daher wird unser Premium-Anspruch auch in Myspace deutlich.

Bislang basiert das Geschäftsmodell von Ad Networks darauf, B- oder C-Inventar zu vermarkten. Ist es das Ziel von Specific Media, stärker in den Premium-Bereich vorzustoßen?

Hopf: Specific Media hat seit jeher einen den Premium-Anspruch in allem, was wir tun. Die Seiten unseres Netzwerkes sind alle sorgfältig ausgewählt und zu 100 Prozent IASH.EU zertifiziert. Das Inventar ist daher hochwertig. Wir helfen Top-AGOF-Publishern, nicht monetarisiertes Display- und Video-Inventar zu verkaufen, das wir mit Targeting veredeln. Es daher nicht wichtig, ob ein Ad auf der Homepage oder einer Unterseite den User erreicht. Gesehen wird es dank unserer Targeting-Technologien so oder so. Nachweislich. Es geht um Relevanz – und wir zeigen Usern die richtige Werbebotschaft zur richtigen Zeit im richtigen Umfeld.

Ist es Ihr Ziel, eigenen Content beziehungsweise eigene Sites zu vermarkten?

Hopf: Specific Media hat nun mit Myspace eine eigene Seite, die wir auch seit dem 1. Januar 2012 vermarkten. Das bietet natürlich große Vorteile: Wir sind freier, was das Angebot innovativer Werbeformate angeht und können noch flexibler auf Kundenwünsche und -vorstellungen eingehen.

Was eigenen Content angeht, machen es uns die USA bereits seit 2010 vor: Dort gehört Branded Entertainment bereits zum Alltag und Specific Media produziert und vertreibt seitdem bereits eigene, prämierte Branded Entertainment Formate wie Mom’s Life. Seit diesem Jahr können auch europäische Kunden unsere Studios nutzen: Mit den Myspace Studios in London bieten wir Kunden die Möglichkeit, sie vom Konzept bis zur Umsetzung eigener Bewegtbild-Kreationen zu unterstützen.

Was treibt diese Entwicklung zur Contentproduktion an?

Hopf: Die Medienverschmelzung und das geänderte Mediennutzungsverhalten bieten neue Möglichkeiten und große Chancen für die gesamte digitale Welt: Online hat sich für Advertiser zu einem attraktiven Kanal entwickelt, der Verbraucher dank Smartphones, Connected TV und Tablets überall begleitet.

User sind daher erstmals überall ansprechbar und erwarten mehr als „nur“ Werbung. Ein blinkender Banner lockt schon lange niemanden mehr hinter dem Ofen vor, die Ansprüche an Werbung sind gestiegen. Relevanz und Entertainment sind zwei wichtige Aspekte, die sowohl für Content als auch für Werbung gelten. Die Ansprüche aber auch die Chancen sind durch diese Voraussetzungen für die gesamte Digitale Wirtschaft gestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren