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Digital Response setzt auf Fingerprinting Tracking ohne Cookie

Mit sogenannten digitalen Fingerprints will die Hamburger Agentur Digital Response Nutzer auch dann wiedererkennen, wenn diese ihre Cookies gelöscht haben. Die Trefferquote soll schon bald 92 Prozent betragen.

Die Hamburger Agentur Digital Response nutzt nach eigenen Angaben eine digitale Fingerprint-Technologie, um Online-Kampagnen zielgruppengenau aussteuern zu können. Auf diese Weise lassen sich auch Nutzer wiedererkennen, die ihre Cookies regelmäßig löschen oder nicht akzeptieren. Die Technik lässt sich  als primäre oder als ergänzende Tracking-Technologie verwenden. Im letzteren Fall kommt sie nur zum Einsatz, wenn die Cookie-Erkennung fehlgeschlagen ist.

Digital Response nutzt mehreren User-Variablen, um den Fingerprint zu erzeugen: Individuelle Browser-Einstellungen, regionale Merkmale und Teile der IP-Adresse. Gegenüber Cookies, die direkt auf dem genutzten Gerät gespeichert werden, bietet die Fingerprint-Technologie den Vorteil, dass anhand der gespeicherten Userdaten die Inhalte gelöschter oder abgelehnter Cookies nach der Identifizierung des Users wiederhergestellt werden können. Dieser Prozess wird mit jedem Klick des Users auf ein Online-Werbemittel in Gang gesetzt. Im Fall einer Conversion erkennt das System so alle relevanten Daten des Users für die Customer Journey, verspricht Digital Response.

Mit der neuen Technologie sollen sich ungefähr 80 Prozent der Geräte exakt identifizieren lassen. Probleme bereiten derzeit noch Smartphones, die alle mit der gleichen Software-Version ausgestattet sind und sich im gleichen Stadtgebiet aufhalten. So erhalten beispielsweise alle iPhones aus einem bestimmten Stadtgebiet, die über einen bestimmten Anbieter surfen, automatisch dieselbe IP-Adresse und - aufgrund identischer Software-Ausstattung - auch den selben Fingerprint. Daneben lassen sich Terminal-Server und deren Clients, wie sie von Universitäten und großen Unternehmen genutzt werden, ohne Cookies nur schwer erkennen. 

Digital Response will aber noch in diesem Jahr eine Lösung entwickeln, um auch Smartphones und Tablets besser erkennen zu können. Dann soll sich eine Trefferquote von 92 realisieren lassen.

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