INTERNET WORLD Business Logo Abo
Analyse zur Sichbarkeit deutscher Unternehmen (Foto: istock/Andresr)

Analyse zur Sichtbarkeit deutscher Unternehmen t-online.de günstiger positioniert als telekom.de

Viele große Unternehmen geben lieber Geld für Textanzeigen aus, als in Suchmaschinenoptimierung zu investieren. Zu den Firmen mit besonders hohen SEM-Budgets zählen die Telekom, Eventim oder Douglas.

Das ergab eine Analyse des Berliner Suchmaschinenmarketing-Spezialisten Searchmetrics. Die Deutsche Telekom investiert für ihre Unternehmenswebsite telekom.de nach Hochrechnungen ungefähr 100.000 Euro für etwa 200.000 Klicks pro Monat. Das ergibt einen stolzen Preis von etwa 0,50 Euro pro Klick. Der Online-Ticketservice CTS Eventim wendet geschätzte 80.000 Euro auf und generiert circa 300.000 Klicks (0,27 Euro pro Klick). Das dritthöchste Werbebudget, das für Paid Traffic zur Verfügung gestellt wird, kommt von der Parfümerie-Kette Douglas, die mit monatlich fast 75.000 Euro etwa 140.000 Klicks erzielt. Für Douglas ergibt das einen stattlichen Pro-Klick-Preis von fast 0,55 Euro.

Bei der Gegenüberstellung von organischem und bezahltem Traffic zeigt sich: Unternehmen, die ihre Suchmaschinenoptimierung (SEO) beherrschen, müssen weniger Geld für Keyword-Käufe ausgeben. Vorbildlich steht Searchmetrics zufolge t-online.de mit fast 3,5 Mio. Klicks an der Spitzenposition - der bezahlte Traffic liegt knapp über 100.000 Klicks. Etwas weniger Traffic, aber ein noch besseres Verhältnis, errechnet sich bei freenet.de: Über 1,2 Millionen organischen Klicks stehen knapp 4.000 bezahlten gegenüber. Am deutlichsten sprechen die Zahlen bei ProSieben: Neben den über eine Millionen organisch generierten Klicks, stehen mit weniger als 1.000 verschwindend wenige Klicks, die bezahlt werden, gegenüber.

Auffällig ist, dass viele Dax-Unternehmen wie Siemens, Mercedes-Benz, die Allianz und die Deutsche Bank wenig Geld für bezahlten Traffic ausgeben. Die Top-10 des Deutschen Aktienindex wenden für ihre Hauptseiten gemeinsam nur knapp 180.000 Euro pro Monat für SEM auf. Insgesamt gesehen sind die SEM-Aktivitäten der 30 DAX-Unternehmen für Ihre Konzernauftritte im Internet sehr verhalten.

"Dass der Einsatz von Suchmaschinenmarketing heutzutage unabdingbar ist, haben viele große Unternehmen noch nicht richtig realisiert. Und das, obwohl auch im B2B-Umfeld großer DAX-Unternehmen die Informationssuche über das Web immer einflussreicher wird und maßgebliche Auswirkungen auf das Geschäft hat", sagt Horst Joepen, Geschäftsführer von Searchmetrics. "Auffällig ist die Schwäche der Konzernauftritte im Vergleich zu konzerneigenen Portalen, wie etwa telekom.de und t-online.de. Die drei trafficstärksten Websites – T-Online, Freenet und ProSieben, sollen den anderen als leuchtendes Beispiel gelten."

Das könnte Sie auch interessieren