INTERNET WORLD Business Logo Abo

Performance Marketing Index P-MAXX "Baumärkte" "Es gibt immer was zu tun"

In der Offline-Welt kämpfen die klassischen Baumärkte mit harten Bandagen um Marktanteile. Online liegt jedoch noch viel Potential brach, wie eine Studie zu den Performance-Marketing-Aktivitäten zeigt. Dort überlassen die Handelsgrößen Nischenabietern oft kampflos das Feld.

Vor wenigen Jahren galten Möbel und Baumarkt-Produkte wegen ihrer oft sperrigen Packmaße als Randthemen im Internet. Inzwischen kann davon nicht mehr die Rede sein. Auch im Online-Handel gilt längst das bekannte Baumarkt-Motto: "Es gibt immer was zu tun". Egal ob Bohrmaschine, Gartenhäcksler oder Fertigparkett - es gibt nichts, was sich nicht auch im Internet bestellen ließe. Die großen Handelsketten Obi, Hagebau, Toom, Hornbach oder Praktiker haben dabei jedoch noch einigen Nachholbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt die Augsburger Performance-Marketing-Agentur Explido, die mit ihrem Performance Marketing Index P-MAXX regelmäßig unterschiedliche Branchen untersucht.

Schlechte Suchmaschinen-Präsenz

So konstatiert die Untersuchung etwa, dass die klassischen Handelsgrößen in den Suchergebnissen deutlich unterrepräsentiert sind. Nur vier der zehn untersuchten Baumärkte konnte sich im gewichteten Google-Ranking einen Platz in den Top-10-Ergebnissen sichern, selbst in den Top-20 waren nur fünf Unternehmen platziert. Dominiert wurde das Ranking dagegen vom Vollsortimenter Amazon. Von den klassischen Anbietern setzte sich Hornbach mit optimierten Meta-Daten, SEO-relevanten Texten sowie verschiedenen Landingpages deutlich von seiner Konkurrenz ab. Erfolgreich sind davon abgesehen vor allem Nischenanbieter, die 45 Prozent des Gesamtangebotes in den Suchergebnissen belegen, während die Universal-Anbieter insgesamt nur auf einen Anteil von 25 Prozent kommen aus.

Kaum AdWords-Werbung

Schlecht schneidet die Branche auch beim Thema Suchmaschinenwerbung ab. Lediglich vier der zehn untersuchten Unternehmen schalten überhaupt solche Anzeigen. Obi und Hagebau führen, gefolgt von Hornbach, die Spitze des Rankings an. Praktiker zeigt deutlich weniger Aktivitäten im SEA-Bereich und positioniert sich deshalb abgeschlagen auf Platz 4. Entscheiden sich die Baumärkte für die Buchung von SEA-Anzeigen, sind diese für die Keywords "Carport", "Baumarkt" und "Gartenhaus" am teuersten. Durch Nischen- und Spezialanbieter herrscht hier ein besonders starker Wettbewerb auf dem Markt.

Affiliate, Gutscheine, Newsletter vernachlässigt

Affiliate Marketing wird von der Mehrheit der betrachteten Unternehmen derzeit nicht als relevanten Absatzkanal angesehen. Lediglich vier der zehn Baumärkte setzen überhaupt auf diese Disziplin. Hagebau und Praktiker zeigten sich im Index mit identischer Punktzahl am aktivsten. Der Einsatz von Gutscheinen, Newslettern und speziellen Aktionen blieb in der Praxis weitgehend ungenutzt.

Social Media machen alle

Die Bedeutung von Social Media haben dagegen nahezu alle untersuchten Unternehmen erkannt. Am besten gefiel dabei Hornbach, der seine Kampagne "Keiner spürt es so wie du" konsequent ins Social Web überträgt. Toom konnte sich mit einem strategisch durchdachten Ansatz auf Rang 2 positionieren. Insgesamt konzentriert sich die Baumarktbranche mit ihren Social Media-Aktivitäten verstärkt auf Facebook. Twitter wird nur vereinzelt genutzt.

Obi und Hagebau am besten

Insgesamt nutzen Obi und Hagebau die einzelnen Performance Marketing-Disziplinen sowohl quantitativ als auch qualitativ am besten. Obi erzielt in allen vier untersuchten Kategorien hohe Punktzahlen und sichert sich damit Platz 1 im Gesamtranking. Hagebau dagegen bietet im Affiliate Marketing die höchsten Provisionen sowie die meisten Partnerprogramme an und ist zudem im SEA-Bereich sehr aktiv. Auf Platz 3 im Ranking: der Baumarktriese Hornbach. Er investiert im Vergleich zu den anderen Unternehmen am stärksten in Social Media und die Suchmaschinenoptimierung.

Generell hält der Bericht aber fest, dass es in der Baumarktbranche noch großen Nachholbedarf hinsichtlich Performance-Marketing gibt. "Oft wird lediglich eine Disziplin adäquat umgesetzt. Dabei ist gerade das Zusammenspiel der einzelnen Maßnahmen entscheidend für den Erfolg",  bilanziert Matthias Riedle, Geschäftsführer von Explido.

Der komplette Performance Marketing-Index der Baumarktbranche steht hier zum Download bereit. Untersucht wurden die Aktivitäten von Obi, Hagebau, Praktiker, Westfalia, Toom, Bauhaus, svh24.de, Bausep und Max bahr.

Das könnte Sie auch interessieren