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Performance Marketing
Amazon 16.06.2016
Amazon 16.06.2016

CPX Amazon und YouTube: Das sind die Potenziale für Advertiser

Shutterstock.com/Mathias Rosenthal
Shutterstock.com/Mathias Rosenthal

Google und Facebook sind wichtig, keine Frage. Aber auch Amazon und YouTube bieten für Advertiser große Potenziale, die bisher allerdings noch wenig Beachtung finden.

Google und Facebook gehören für die meisten Marketer mittlerweile zum Einmaleins. Doch neben diesen beiden reichweitenstarken Plattformen bergen auch Amazon und YouTube große, teilweise noch unerkannte Potenziale. In den Workshops auf dem "CPX Performance Marketing Gipfel" konnten sich Advertiser davon überzeugen, wie leicht sich Anzeigen hier schalten lassen und welchen Mehrwert sie bringen.

Interessant ist, dass insbesondere YouTube von Marketer derzeit vernachlässigt wird. Denn immerhin handelt es sich bei der Videoplattform um die zweitgrößte Suchmaschine neben Google. Zudem nutzen YouTube mittlerweile mehr als eine Milliarde Menschen weltweit. Werbungtreibende sollten die Plattform insbesondere jetzt nutzen, da die Preise aktuell noch verhältnismäßig günstig sind.

Eigener Videocontent nicht zwingend notwendig

Laut Ralf Zmölnig von Rockit Internet ist ein Grund, warum viele Unternehmen YouTube als Werbeplattform nicht bespielen, die Tatsache, dass sie glauben, eigenen Videocontent besitzen zu müssen. Das ist allerdings ein Trugschluss, so Zmölnig. YouTube funktioniert von der Suche her genau wie Google. Sucht ein User zum Beispiel nach Videos zu Salesforce, ist es durchaus sinnvoll hier eine Ad zu Salesforce auszuspielen. Vollkommen egal, ob es sich um Display- oder Bewegtbild-Werbung handelt.

Werbung auf YouTube können Advertiser über die AdWords-Oberfläche steuern. Will ein Marketer wirklich Bewegtbildwerbung schalten, muss er "Video" auswählen. Möchte er allerdings lediglich eine Display-Kampagne schalten, muss er bei "Platzierungen" einfach YouTube auswählen.

Nach Aussagen von Zmölnig kostet auch hier - im Gegensatz zur Google-Suche - eine Werbeplatzierung in 90 Prozent der Fälle unter einen Euro. In jedem Fall sind hier Anzeigen um einiges günstiger als bei Google. Zudem ist YouTube für Werbungtreibende, die insbesondere eine junge Zielgruppe erreichen wollen, sehr lukrativ.

Und auch in der Google Universal Search finden sich Videos. Meistens werden an der dritten Stelle der organischen Suchergebnisse von Google Videovorschläge ausgespielt. Also bietet Werbung auf YouTube, wenn man denn Bewegtbild-Content produziert, eine gute Chance auch in den Google Suchergebnissen weit oben aufzutauchen.

Folgende Fragen müssen sich Marketer bei Werbung für YouTube stellen

  1. Warum nutzen wir YouTube?
  2. Was wollen wir sagen?
  3. Wer ist unsere Zielgruppe?
  4. Wie wird der User aktiviert?
  5. Call to Action?

Fast 90 Prozent der werbungtreibenden Unternehmen nutzen zudem die technischen Möglichkeiten von YouTube nicht. Vielen sei nicht bewusst, dass sie einen Call to Action setzen können und auch unbedingt sollten, erläutert Zmölnig. Es ist immer sinnvoll User auf die eigene Homepage zu leiten und sie hier im besten Fall zum Konvertieren bringen.

Eigener YouTube-Kanal

Für einen YouTube-Kanal sind folgende Faktoren wichtig: Kanalbild, Kanallinks, Kanaltrailer, Playlisten, Beschreibung, Titel, Tags sowie beliebte Videos.

Leider lässt sich bei YouTube beobachten, dass nur zwei bis fünf Prozent der eingestellten Videos keyword-optimierte Titel haben - ein großer Fehler. Zudem schreiben sehr wenig Unternehmen in den Beschreibungstext ihres Kanals, was sie eigentlich genau machen und anbieten.

Ein weiteres Problem kommt auf, wenn Unternehmen TV-Spots auf YouTube platzieren. Das sei hier der falsche Weg, sagt Zmölnig. Die Leute, die auf YouTube nach Videos suchen, wollen authentische Spots sehen. Ein Video aus dem Bereich der Automobilbranche interessiert auf YouTube die User nur, "wenn der Spot besonders sexistisch, lustig oder brutal ist", sagt der Rockit Internet Geschäftsführer. Was die User wirklich sehen wollen, wenn sie zum Beispiel ein Auto kaufen wollen, sind aufgezeichnete Probefahrten. Wo sie sehen, wie genau die Einparkhilfe funktioniert, oder ob ein Kinderwagen in den Kofferraum passt.

Diesen Content müssen Marken auch nicht zwingen selbst produzieren. Im Gegenteil: Es wird authentischer wirken, wenn unabhängige Konsumenten solche Spots drehen. Solche Videos bieten das perfekte Umfeld für die Platzierung der Werbung. Denn die Viewer solcher Videos sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug. Sie haben demnach sogar schon eine Kaufabsicht und müssen hier nur abgeholt werden.

Werbeformate auf YouTube

Formate, mit denen Werbungtreibende auf YouTube ihre Marke platzieren können, gibt es viele:

  • Display Anzeigen
  • Overlay-Anzeigen
  • Überspringbare Video Anzeigen
  • Nicht überspringbare Video Anzeigen

Das Besondere bei den überspringbaren Video-Anzeigen bei YouTube ist, dass Advertiser erst für eine Ad zahlen müssen, wenn sich ein User die Anzeige mehr als 30 Sekunden angesehen hat. Ein lukratives Angebot von YouTube, um attraktiver für Marketer zu werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde es dieses Angebot in ein paar Jahren aber nicht mehr geben, glaubt Zmölnig. Denn bis dahin werden zu viele Advertiser das Potenzial der Plattform für sich entdeckt haben.

Neu bei YouTube sind die sogenannten Bumper Ads, die nur sechs Sekunden lang dauern. Sie sind insbesondere aufgrund des mobilen Surfverhaltens der User konzipiert worden. Sie starten im autoplay im Stream den Users. Sechs Sekunden soll im Durchschnitt die Zeit sein, die es dauert bis ein User weitergeskrollt hat.

Kein Retargeting auf YouTube

Besonders verblüffend ist allerdings, dass Advertiser bei YouTube kein Retargeting betreiben. "Marketer verschenken hier so eine immense Menge an Werbepotenzial und mir ist ein Rätsel, warum sie das tun", sagt Zmölnig.

Werbeanzeigen auf Amazon

Eine weitere Plattform, die aus Marketingsicht bisher sehr unterschätzt wird, ist Amazon. Natürlich ist klar, dass hier Ads nur für Amazon-Verkäufer Sinn machen. Doch viele Online-Händler verkaufen mittlerweile ihre Produkte ebenfalls über den Online-Marktplatz. Daher wird auch Werbung auf der Plattform für die eigenen Produkte immer wichtiger. Dazu kommt, dass derzeit noch nicht so stark auf Amazon Ads geboten wird, was den Preis relativ gering hält.

Eine Anzeige auf Amazon verspricht insbesondere deshalb Erfolg, da sich der User bereits nah am Ende der Conversion befindet. Denn der Nutzer steuert die Plattform ja bereits mit einer Kaufabsicht an.

Was sind gesponserte Produkte auf Amazon?

Dabei handelt es sich um das Pay-Per-Click-Modell von Amazon. Dies kann man sich nach Aussagen von Franz Jordan von Marketplace Analytics vorstellen wie das "AdWords von Amazon". Das Ganze läuft ebenfalls keywordbasiert ab. Die geschaltete Werbeanzeige auf Amazon wird ganz oben auf der Seite über den organischen Suchergebnissen ausgespielt und wird nur mit dem Hinweis "Sponsored" gekennzeichnet.

Ebenfalls werden auf der Produktseite des jeweiligen Artikels eine Reihe von beworbenen Artikeln unter der Kategorie "Gesponserte Produkte zu diesem Artikel" ausgespielt.

Gründe für Amazon Anzeigen

  • Dauerhafter Absatz/Gewinn
  • Neue Produkte anschieben
  • Abverkauf eines Artikels
  • Saisonale Kampagnen
  • Schutz von Marken
  • Verbesserung des organischen Rankings durch bessere Verkaufszahlen

Das besondere bei Amazon Anzeigen ist, dass sie zu einer positiven Auswirkung auf das organische Ranking führen können. Wenn sich ein Produkt aufgrund der Anzeigenschaltung besser verkauft, wird es automatisch auch in den organischen Suchergebnissen bei Amazon besser ranken. Das ist anders als zum Beispiel bei Google.

Des Weiteren sind Amazon Ads achtmal günstiger als Anzeigen bei Google. Bei 90 Prozent der Keywords ist Google teurer. Denn bei Amazon ist derzeit noch der große Vorteil, dass die Anzahl der Mitbieter relativ gering ist. "Ich schätze auch, dass das noch mindestens ein Jahr so bleiben wird. Daher ist es für Online-Händler wirklich sinnvoll zum jetzigen Zeitpunkt mit Werbung auf Amazon zu starten", sagt Jordan.

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