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Baidu

Chinesische Suchmaschine

Wie deutsche Händler auf Baidu erfolgreich ranken

shutterstock.com/PixieMe
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Chinesische Nutzer suchen auf Baidu gerne nach einfachen und kurzen Wörtern. Dennoch ranken Webseiten mit ausführlicheren Seiteninhalten besser. Das zeigt eine Studie von Searchmetrics. Sie räumt auch mit einem verbreiteten Mythos auf.

Searchmetrics, Anbieter einer Search- und Content-Marketing-Plattform, hat einen Leitfaden zusammengestellt, der SEOs und Marketern von Online Shops und anderen Unternehmen dabei helfen soll, ihre Rankings auf der chinesischen Suchplattform Baidu zu verbessern.

Matt Colebourne, CEO von Searchmetrics, hält Baidu auch für westliche Händler, die Profit aus dem schnellen Wachstum Chinas schlagen wollen, für sehr wichtig. "Je nachdem, welche Studie Sie lesen, hat China die USA entweder bereits als weltgrößten E-Commerce-Markt überholt oder wird dies in den nächsten ein bis zwei Jahren tun."

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Studienergebnisse: Zum einen sind Backlinks wie auch auf anderen Suchmaschinen ein Muss für jeden, der weit oben platziert sein möchte. Damit die eigene Seite weiter oben positioniert ist, kommt es laut Searchmetrics darauf an, dass die verlinkenden Seiten ebenfalls hoch ranken.

Zum anderen sind kürzere, einfachere Keywords wesentliche Faktoren, die das Ranking beeinflussen können. Dabei soll laut Searchmetrics die Zahl von 45,6 Zeichen bei einem Keyword nicht überschritten werden. Aber auch kürzere URLs sind ein Schlüsselfaktor auf der chinesischen Suchmaschinenwebsite.

Dagegen ranken Seiten höher, je länger deren Seiteninhalte sind. Die Auswertung ergab eine durchschnittliche Länge von 3.194 Zeichen für die Seiten auf den besten Plätzen, was ungefähr 680 englischen Wörtern entspricht. Weiterhin kam heraus, dass Keywords in der Meta Description überhaupt keinen Einfluss haben.

Links auf US-Seiten stören die Suchmaschine nicht

Die Search-Profis haben auch mit einer weit verbreiteten These aufgeräumt: Es mache laut der Untersuchung keinen Unterschied, ob die eigene URL die Domain .cn oder .com.cn habe. 75 Prozent der Websites, die auf den ersten zehn Plätzen bei Baidu ranken, sind reine .com-Domains.

Auch verschlechtert sich das eigene Ranking bei Baidu nicht, wenn eine Seite Verlinkungen zu Facebook, YouTube und anderen ausländischen Medien aufweist. Viele amerikanische Websites wurden zwar von der chinesischen Regierung gesperrt; das beeinflusst aber laut der Studie nicht das Ranking in der chinesischen Suchmaschine.

Auf Chinas eigene Social Media-Plattformen wie WeChat und QQ zu verlinken wirkt sich trotzdem positiver auf die Platzierung im Suchergebnis aus.

Exact Match Keywords können vernachlässigt werden

Es stellte sich zudem heraus, dass die Google-SEO-Kriterien nicht zwangsweise auch auf Baidu anzuwenden sind. Anders als bei Google müssen Keywords nicht auch auf der Website vorkommen (sogenannte Exact Match Keywords).

"Chinesische Keywords bestehen oft aus einer Reihe verschiedener Zeichen. Dabei kann ein und dasselbe Zeichen mehrere Bedeutungen haben, je nach Position des Zeichens", erklärt Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant bei Searchmetrics. "Baidu erfasst dies und kann eine Seite als relevant einstufen, selbst wenn in der Suchanfrage andere relevante Schriftzeichen oder Schriftzeichen-Kombinationen verwendet wurden."

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Baidu bevorzugt seine eigenen Seiten was das Ranking angeht. Deswegen seien diese Seiten von vorneherein für die Studie nicht berücksichtigt worden, so Searchmetrics.

Searchmetrics hat für die "Baidu Ranking Factors Correlation Study" die Top-10-Suchergebnisse für 50.000 mandarin-chinesische Keywords analysiert.

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