INTERNET WORLD Business Logo Abo

Smart Home Nest gibt Daten an Google weiter

Nest
Nest

Nun also doch: Google wird künftig einige Apps mit dem Thermostat-Hersteller Nest verknüpfen und der wiederum Daten an den Mutterkonzern weitergeben. Der Nutzer muss dem allerdings zuvor zustimmen.

Im Januar hatte Tony Fadell, CEO des Haustechnik-Herstellers Nest, noch verkündet, es gebe keine Pläne, in Zukunft Daten an Google weiterzuleiten. Im Interview mit "The Verge" sagte er: "Unsere Datenschutzbestimmungen bleiben exakt unsere Datenschutzbestimmungen. Das ändert sich nicht." Ein halbes Jahr später klingt das schon etwas anderes, wie das "Wall Street Journal" berichtet: Denn in einem Interview hat Nest-Gründer Matt Rogers erklärt, das Unternehmen wolle nun doch User-Informationen an den Mutterkonzern weitergeben.

Google werde demnach einige Apps mit Nest verknüpfen, so dass der Internetkonzern weiß, wann die Nutzer zu Hause sind und wann nicht. Durch diese Integration können Nutzer beispielsweise die Temperatur im Haus mit Sprachbefehlen über eine mobile Google-App regeln. Google Now könnte außerdem als Googles persönlicher digitaler Assistent automatisch die Temperatur einstellen, wenn die Lokalisierungsfunktion des Smartphones erkennt, dass ein Nutzer nach Hause geht. 


Gleichzeitig versichert Rogers jedoch, nicht "Teil der größeren Google-Maschine" zu werden. Der Großteil der Daten, die Nest weitergeben will, an Google sowie an andere Unternehmen, werde sich darauf beziehen, ob sich die Nutzer gerade im Haus befinden oder nicht. Nest wolle also nicht, so Rogers, E-Mail-Adresse oder Anschrift an andere Unternehmen weitergeben, sobald Geräte mit einem Nest-Konto verknüpft werden. Außerdem müssen User zuvor zustimmen, dass ihre Daten weitergegeben werden.

Zum Hintergrund: Zu Beginn des Jahres hat Google Nest für 3,2 Milliarden US-Dollar gekauft. Die US-amerikanische Federal Trade Commission hat den Deal im Februar genehmigt. Google will damit die Technologie des Herstellers eines computergesteuerten Themorstats ins Zentrum seiner hardware-Gruppe stellen. 

Erst kürzlich hat Nest den Überwachungskamera-Hersteller Dropcam gekauft hat. Das Unternehmen bietet eine Technologie, mit der Bewegtbilder in Echtzeit von der Kamera direkt auf Smartphones oder Computer der Nutzer übertragen werden.

Das könnte Sie auch interessieren