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Google und Microsoft im Clinch wegen Suchergebnisklau

Google wirft Microsoft Kopieren von Suchergebnissen vor Kampf der Titanen

Mit so harten Bandagen wurde bisher noch nicht gekämpft: Google hat Microsoft eine Falle gestellt, um zu beweisen, dass bing Suchergebnisse von Google übernimmt. Und geht jetzt mit dem Ergebnis an die Öffentlichkeit.

Google wirft dem Softwarekonzern vor, dass dessen Suchmaschine bing seine Suchergebnisse durch Toptreffer von Google verbessert. Das will der Searchgigant nachgewiesen haben, indem sinnlose Buchstabenkombinationen als Suchanfrage in den Ergebnissen platziert wurden - und prompt auch identisch in den Listings von bing erschienen.

Und so ging der Internetkonzern vor: Die Treffer für mehrere inhaltsleere Suchanfragen wie "mbzrxpgjys" wurden manipuliert. Google-Mitarbeiter stellten die Anfragen von zuhause aus in Microsofts Internet Explorer stellen und klickten das Suchergebnis auch an. Zwei Wochen später, nämlich Ende Dezember, lieferte bing für "mbzrxpgjys" oder "hiybbprqag" die gleichen Ergebnisse wie Google.

"bing analysiert, was Nutzer auf Google suchen, welche Seiten aus den Suchergebnissen sie anklicken - und benutzt diese Informationen, um seine eigenen Suchergebnisse aufzubessern", berichtet Danny Sullivan im Blog search engine land, an das sich Google mit der Geschichte wandte. "Ich habe kein Problem mit einem Konkurrenten, der einen innovativen Algorithmus entwickelt", wird Google-Suchspezialist Amit Singhal zitiert, "aber Kopieren ist keine Innovation."

Microsoft kontert daraufhin mit einem eigenen Blogbeitrag, in dem Harry Shum von bing Googles Aktion als "Trick wie aus einem Spionageroman" bezeichnete und sagte: "Wir alle lernen von unseren Nutzern - und das sollten wir auch." Kommunikationschef Frank Shaw stritt die Vorwürfe via Twitter ab und warf Google vor, mit der Platzierung der Story vom Verdacht ablenken zu wollen, selbst Suchergebnisse zu manipulieren. Gegenüber internetworld.de teilte das Unternehmen mit, für seine Suchergebnisse vielfältige Signale und Vorgehensweisen zu nutzen. "Unser allumfassendes Ziel ist es, besser darin zu werden, die Abischten unserer Nutzer zu verstehen, damit wir relevante Antworten auf Suchanfragen liefern."

Google legt mit einem Beitrag im Official Google Blog nach, der technische Details nennt. Das Fazit des Internetkonzerns könnte nicht deutlicher sein: "Microsofts bing benutzt Google-Suchergebnisse - und streitet dies ab".

Fortsetzung folgt.

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