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Aufnahmen für Google Street View (Foto: istock/ibort)

Aufnahmen für Google Street View Kamerafahrten bleiben gestoppt

Deutschland ist für Googles Street View ein schwieriges Pflaster: Die Kritik an der fotografischen Darstellung ganzer Städte ist heftiger als in anderen Ländern. Deshalb verzichtet der Konzern auf neue Kamerafahrten.

Gestern hat Google hat die angekündigte Webseite, auf der Häuser und Grundstücke von der Anzeige in Street View ausgeschlossen werden können, ins Netz gestellt. Bürger, die nicht wollen, dass die von ihnen bewohnte Immobilie im Web für jedermann zu sehen ist, haben vier Wochen Zeit, vorab ihr Veto einzulegen. Das Tool richtet sich an User, die sich noch nicht brieflich mit Google wegen der Unkenntlichmachung ihrer Häuser in Verbindung gesetzt haben. Auch danach kann Einspruch gegen die Veröffentlichung eingelegt werden, allerdings sind die jeweiligen Aufnahmen eine Zeit lang online verfügbar. Der Internetkonzern weist darauf hin, dass der Vorgang zum Unkenntlichmachen von Immobilien unwiderruflich ist.

Der Hightech-Verband Bitkom kritisiert unterdessen das geplante Gesetz gegen Online-Bilderdienste wie Google Street View als politischen Aktionismus. "Es ist völlig offen, was mit diesem Gesetz überhaupt erreicht werden soll", sagte Präsident August-Wilhelm Scheer. "Deutschland kann aber nicht jedes Mal, wenn ein neuer Internetdienst an den Start geht, ein neues Gesetz erlassen. Wir brauchen eine strategische Netzpolitik statt symbolischer Einzelaktionen." Das Bundeskabinett berät heute zum Thema. Nach einem Gesetzentwurf des Bundesrates sollen systematische Abbildungen von Straßen nur noch gestattet sein, wenn vorher die Öffentlichkeit und die Behörden informiert werden.

Zum Deutschlandstart will Google bis zum Ende des Jahres 2010 die zwanzig größten deutschen Städte virtuell verfügbar machen. Dazu gehören Berlin, Bielefeld, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Die dabei aufgezeichneten Bilder sollen Unternehmen nutzen können, um sie über Google Maps in ihre Webseiten zu integrieren. Mitfotografierte Gesichter und Autokennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht.

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