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Googles Musikdienst in Deutschland live

Internetkonzern startet Streaming-Angebot Googles Musikdienst in Deutschland live

Spotify und Simfy bekommen mächtige Konkurrenz: Google hat heute seinen Musikdienst in Deutschland gestartet - und lockt die Nutzer mit günstigen Einstiegspreisen.

Immer mehr Menschen verbannen ihre CDs in den Keller und hören Musik nur noch übers Web. Spotify und Simfy bieten in Deutschland bereits Streamingdienste als Gratisversion und Bezahlabo an - ab heute ist auch Google dabei.

Google Play Music All-Inclusive bietet Zugriff auf 20 Millionen Songs. Wer seine Sammlung online speichern möchte, kann bis zu 20.000 eigene Musiktitel hinzufügen und mobil oder auf dem Desktop anhören. Zudem haben Nutzer die Möglichkeit, Lieder offline zu speichern und anzuhören. Mit diesen Funktionen für Android- und iOS-Nutzer bewegt sich der Internetkonzern im Rahmen dessen, was auch die Konkurrenz bietet. Bleibt also der Preis: Eine 30-tägige Testphase ist bei Google gratis, wer sich bis zum 15. Januar entscheidet, zahlt 7,99 Euro pro Monat. Anschließend liegt der reguläre Preis bei 9,99 Euro im Monat für die Nutzung auf Desktop und mobilen Endgeräten.

Auch hier ist der Konzern kein Ausreißer: Spotify kostet monatlich 9,99 Euro bei werbefreier Nutzung auf PC und Mobilgeräten, 4,99 Euro werbefrei auf PCs und ist mit Werbung auf dem PC gratis zu hören. Der Dienst hat 24 Millionen Nutzer, jeder vierte davon nutzt ein Bezahlabo. Die Zahl der angebotenen Songs liegt ebenfalls bei 20 Millionen Titeln. Der schwedische Dienst wird derzeit mit mehr als vier Milliarden US-Dollar bewertet und will in Zukunft über seine Plattform auch den Verkauf von Konzertkarten möglich machen.

Simfy kostet in Deutschland monatlich 4,99 Euro ohne Werbeunterbrechungen, wenn man den Dienst nur vom PC aus nutzt; für das Abspielen auf Mobilgeräten kommen weitere fünf Euro dazu. Im Angebot sind 25 Millionen Titel, die ebenfalls offline verfügbar gemacht werden können. Nutzerzahlen gibt das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin nicht bekannt.

Musikdienste kommen bei den Usern gut an: 28 Prozent der erwachsenen US-Internetnutzer und 17 Prozent der europäischen streamen Forrester Research zufolge Songs über Computer oder Smartphone. Doch die Konkurrenz ist groß. Zu den Streaming-Anbietern zählen Ampya von ProSiebenSat.1, Rdio, Deezer, Juke, LastFM und viele weitere. Apple bietet seinen vergleichbaren Dienst in Deutschland noch nicht an. iTunes Radio, das seit September 2013 in den USA gratis verfügbar ist, hatte bereits eine Woche nach dem Start elf Millionen Nutzer.

Google arbeitet an einem weiteren Musikdienst unter dem Dach der Video-Tochter Youtube, der jedoch frühstestens im ersten Quartal 2014 herauskommt. Die Verzögerung soll daran liegen, dass der Internetkonzern mit dem Produkt noch nicht zufrieden ist. Unter anderem bastelt Google noch an der Integration von User-generierten Inhalten wie Amateurvideos, Mashups und eigenen Audio-Inhalten.

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