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Verzicht auf Motorola-Settop-Boxen Google verkauft Motorola-Sparte weiter

Als Google 2011 für 12,5 Milliarden US-Dollar die Mobilfunk-Sparte des Elektronik-Konzerns Motorola übernahm, war auch etwas Beifang dabei. Den verkauft der Suchmaschinenkonzern jetzt für einen Millardenbetrag weiter.

Für etwas über zwei Milliarden Dollar in cash und ein Aktienpaket im Wert von rund 300 Millionen Dollar veräußert Google Motorola Home an den TV-Kabel- und Technologieausrüster Arris. Kern der Produktpalette von Motorola Home sind Set Top Boxen, die TV-Geräte tauglich für Pay-TV, IPTV oder Satellitenfernsehen machen. Das Aktienpaket entspricht einem Anteil von knapp 16 Prozent an Arris. Das Unternehmen, das deutlich kleiner als die Home-Sparte von Motorola ist, wächst durch den Kauf beträchtlich und verdreifacht seine Belegschaft auf rund 7.000.

Bereits bei der Übernahme von Motorola Mobility im Sommer 2011 hatte Google deutlich gemacht, dass das Interesse des Unternehmens am Mobilfunk-Pionier sich vor allem auf seine Patente in diesem Bereich bezieht und wenig Ehrgeiz verspürt, zum Hardwareproduzenten zu werden. So lässt Google das Smartphone Nexus 4 bei LG Electronics bauen, die Tablets Nexus 7 und Nexus 10 laufen bei Asus bzw. Samsung vom Band. Sogar die aktuell erhältliche Settop Box für Google TV stammt nicht von Motorola, sondern von Sony. Angeblich will Google die derzeit defizitäre Hardware-Sparte von Motorola jedoch nicht aufgeben und das Unternehmen zu einem Anbieter von High-End-Smartphones entwickeln.

Patent-Ärger gibt es für Google nicht nur im Mobilfunk-Bereich. Motorola Home liegt derzeit mit dem Wettbewerber Tivo wegen angeblicher Patentverletzungen im Clinch. Medienberichten zufolge umfasst der jetzt bekannt gegebene Verkaufsdeal mit Arris deshalb auch eine Klausel, wonach Google mit einer gewissen Summe einspringt, falls dem neuen Besitzer aus dem Rechtsstreit mit Tivo finanzielle Verpflichtungen entstehen sollten.  

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