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Start-ups Area 120: Google baut Inhouse-Inkubator auf

Shutterstock.com/photogearch
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Google soll einen Inhouse-Inkubator für Start-ups ins Leben rufen. "Googler" können dort in Vollzeit an ihren eigenen Projekten arbeiten. So schafft es der Konzern, neue Geschäftsmodelle unter dem Google-Dach zu halten.

Eines kann man Google nicht absprechen: Um seine Mitarbeiter bei Laune und im Unternehmen zu halten, tut der Tech-Konzern aus Mountain View eine Menge. Mehrere Kantinen, mehr Gratis-Essen als ein Mensch überhaupt essen kann, Fitnessstudio, Massagen - und last but not least ein großartiges Gehalt. Das Resultat: Man bekommt Top-Leute, die im Silicon-Valley-Wettbwerb dringend gebraucht werden.

Aber diese Top-Leute haben sehr wahrscheinlich auch Ideen, die Potenzial für ein neues Geschäftsmodell bergen, das nicht viel mit dem Google-Universum zu tun hat. Natürlich will man die trotzdem im Unternehmen halten. Auch für diesen Fall sorgt der Search-Gigant jetzt vor. Wie "The Information" berichtet, plant Google eine eigenen Start-up-Inkubator inhouse aufzubauen.

Das Programm mit dem kryptischen Namen "Area 120" funktioniert so: Wenn ein Team von Google-Mitarbeitern eine disruptive Idee für ein eigenes Start-up hat, können sie sich für den Inkubator mit einem eigenen Business-Plan bewerben. Hat das Team Erfolg, kann es für einige Monate Vollzeit an der Idee arbeiten. Was mit den eigentlichen Job-Aufgaben während dieser Zeit passiert ist nicht klar. Wahrscheinlich aber wägt Google die Wichtigkeit des Google-Jobs mit den Erfolgsaussichten des Start-ups ab.

Google wird zum Frühinvestor

Doch die frei zur Verfügung gestellte Zeit ist nicht der einzige Support. Die jungen Unternehmen können bei Google auch für eine frühe Finanzierung pitchen. So wird der Konzern zum Frühinvestor und wird hoffen, vielversprechende Start-ups unter seinem Dach zu halten sowie auch finanziell von den Ideen seiner Angestellten zu profitieren.

Die Initiative soll von Googles Vice President für Corporate Development Don Harrison und Bradley Horowitz, Vice President für Photos und Streams, geleitet werden. Die neuen Start-ups Teams werden aber nicht in Googles Headquarter in Mountain View an ihren Ideen arbeiten, sondern im Google-Büro in San Francisco.

Auch wenn sich der Name Area 120 eher nach Außerirdischen-Verschwörungstheorie anhört, ist er eine Anspielung auf Googles "20-Prozent-Regel". Der Konzern wollte seine Mitarbeiter damit ermutigen, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in kreative Ideen, die Google helfen sollen, zu stecken. So entstanden zum Beispiel Google News, Gmail und AdSense. In der letzten Zeit soll die 20-Prozent-Regel allerdings eher untergegangen sein.

Ein Treiber für den Inhouse-Inkubator ist sicherlich Googles Mutterkonzern Alphabet, der mit disruptiven Ideen die Welt verändern möchte. Wie Googles Gründer Larry Page zum Start der Holding im letzten Jahr schrieb, sei ein Ziel "großen Entrepreneurs und Unternehmen helfen zu gedeihen". Aktuell verzeichnen die "other bets", die disruptiven Geschäftsmodelle von Alphabet, noch Verluste und sind ein Grund dafür, wieso Googles Mutter die Erwartungen seiner Anleger im ersten Quartal 2016 nicht erfüllen konnte.

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