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Google Analytics für Shopbetreiber Vom Setup zur Datenkontrolle

Mit Google Analytics steht Shopbetreibern ein wichtiges Tool zur Verfügung. In wenigen einfachen Schritten kann die komplette E-Commerce-Auswertung von Google verwendet werden, sofern ein Eingriff in den Quelltext des Shopsystems kein Problem darstellt. Wie das geht, beschreibt Björn-Lars Kuhn, Inhaber von Proteus Solutions.

Zu beachten sind allerdings die deutschen Datenschutzrichtlinien. So sollten in jedem Falle zwei Dinge eingehalten werden: Zum einen muss im Analytics-Script die Verkürzung der IP-Adresse enthalten sein (Befehl '_gat._anonymizeIp') und zum anderen dürfen in keinem Falle persönliche Informationen über Nutzer mit übertragen werden.

Derzeit streiten sich die Datenschutzbeauftragten der Länder noch über die Rechtmäßigkeit von Google Analytics, da die USA zwar prinzipiell der Safe-Harbour-Vereinbarung unterliegen, die Verkürzung der IP-Adressen jedoch erst nach Speicherung vorgenommen wird.

Allerdings ist bis dato kein Fall bekannt, bei dem es zu Sanktionen gegen Website-Betreiber gekommen ist.

1. Google Setup

Sollte Google Analytics noch nicht verwendet werden, so benötigt man ein Google Konto und meldet sich dann am Dienst Analytics an.

Als erstes muss eine neues Website-Profil erstellt werden. Hier wird zunächst die Basis-URL eingegeben, die später ausgewertet werden soll. Optional lässt sich dieses Profil gleich mit einem eventuell vorhandenen AdWords-Konto verknüpfen.

Auf der nächsten Seite wird dann für die eingegebene Domain der sogenannte Tracking-Code angezeigt. Dies ist ein kleines Javascript, das nun in den Quelltext des Shopsystems kopiert werden muss. Je nach Shop gibt es dafür entsprechende Dateien. Zwar macht Google keine expliziten Vorschriften über die Platzierung des Codes, empfiehlt jedoch, diesen vor das schließende Body-Tag zu setzen.

Nachdem der Code eingefügt wurde, bestätigt man jetzt auf der Google-Seite die Einrichtung. Nach Fertigstellung erscheint eine Übersicht in der das Profile gelistet ist und mit Klick auf 'Bearbeiten' müssen noch weitere Einstellungen an diesem vorgenommen werden. Dazu muss in der nachfolgenden Seite der Bereich mit den Profilinformationen bearbeitet werden.

Wichtig sind hierbei zwei Einstellungen. Zum einen muss explizit die Option 'eCommerce-Website' ausgewählt und zum anderen die Währung des Shops festgelegt werden. Außerdem empfiehlt es sich, sofern man selbst über eine feste IP-Adresse verfügt, gleich einen entsprechenden Filter einzurichten, damit die eigenen Zugriffe und Testbestellungen die Auswertungen nicht verfälschen. Diese Einstellungsmöglichkeit befindet sich auch der Seite Profileinstellungen.

Sofern im oberen Bereich der Seite noch 'Tracking ist nicht installiert' steht, sollte man auf 'Status überprüfen' klicken, um den eingefügten Script-Code zu testen. Ist alles richtig eingetragen, so ändert sich der Status zu 'Empfangen von Daten'.

Einfügen der Variablen

2. Vorbereitung der Daten bei der Bestellkontrolle

Üblicherweise sind Shopsysteme nach einer immer gleichen Struktur aufgebaut. Im Warenkorb erscheint eine Liste der gewünschten Produkte, dann geht es in einer oder mehreren Seiten zur Eingabe der persönlichen Daten und gegebenenfalls zur Auswahl der Versand- und Zahlungsart. Als letztes bekommt man eine Übersicht angezeigt, die noch mal alle eingegebenen Daten und die Schaltfläche zum Abschluss der Bestellung enthält. In dieser Seite müssen jetzt ein paar Änderungen vorgenommen werden.

Diese Übersichtsseite enthält alle Daten, die für das eCommerce-Tracking erforderlich sind. Google erwartet insgesamt drei verschiedene Befehle für eine komplette Transaktion. Da innerhalb der Bestellübersicht alle Daten in Form von Variablen vorhanden sind, ist das Füllen der benötigten Parameter recht trivial.

Mit '_addTrans', wird die Transaktion als solche definiert und eingeleitet. Für jeden Artikel, der sich im Warenkorb befindet, wird eine Zeile mit dem Befehl '_addItem' benötigt. Und zum Abschluss wird mit dem Befehl '_trackTrans' die Übermittlung der Daten eingeleitet.

Sämtliche Befehle sind übersichtlich und mit Beispielen in der Hilfe von Analytics hinterlegt und können bis auf die Variablen in den Parameterwerten kopiert werden.

3. Einfügen der Variablen und Übermittlung

In Anhängigkeit des verwendeten Systems müssen diese drei Befehle - der für das Hinzufügen der Artikeldaten so oft, wie Artikel vorhanden sind - jetzt in das bereits eingefügte Tracking-Script eingebunden werden. Dabei ist darauf zu achten, dass dies nur dann geschieht, wenn auch tatsächlich der Bestellvorgang ausgelöst wird.

Ist alles richtig eingerichtet, so speichert Google jetzt jede einzelne Transaktion mit den entsprechenden Artikeldaten.

4. Kontrollieren der empfangenen Daten in Analytics

Die Analytics-Daten stehen nicht in Echtzeit zur Verfügung. Erst am Folgetag oder Stunden später können diese kontrolliert werden.

Wurden alle Schritte richtig ausgeführt, so sind die vielfältigsten Analysen über den Menüpunkt 'eCommerce' in Analytics vorhanden. Insbesondere, wenn auch alle optionalen Felder der oben genannten Befehle mit übertragen worden sind, ist die Auswertung recht umfangreich, ähnlich wie die anderen Möglichkeiten von Analytics. Gesamtumsätze, Auswertungen nach Produktkategorien oder Top-Ten-Produkten sind per Standard vorhanden.

Fazit:

Google Analytics bietet umfangreiche Möglichkeiten auch kleine Shopsysteme mit wenig Aufwand zu überwachen und die Bestelldaten auszuwerten. Von Vorteil ist es natürlich, wenn schon rudimentäre Kenntnisse über Analytics vorhanden sind. Dann ist die Implementierung eher trivial.

Die Integration in kleine Systeme kann mit einfachen Mitteln umgesetzt werden. Aber auch für große Shopsysteme bietet Analytics noch eine ganze Anzahl von weiteren Befehlen und Übertragungsmöglichkeiten. So ist beispielsweise die Implementation von Affiliate-Programmen über verschiedene Domains ohne weiteres in Analytics erfassbar

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