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dmexco 2020

"Google bleibt trotz Facebook, Instagram oder TikTok ein wichtiger Kanal"

shutterstock.com/Usman Saeed
shutterstock.com/Usman Saeed

Die dmexco wurde dieses Jahr am 23. und 24. September rein digital abgehalten. Unter dem Motto "Attitude matters" traten mehr als 500 Speaker auf. Branchenfachleute diskutierten über die wichtigsten Trends der Digitalwirtschaft. Auch Google war mit dabei.

Die dmexco startete am 23. September 2020 als ausschließlich digitales Event. Schwerpunkt-Themen am ersten Tag der dmexco, die in diesem Jahr unter dem Motto "Attitude matters" an den Start ging, waren Social Media, Suchmaschinenmarketing, Brand Management und die digitale Transformation von Workplaces in Corona-Zeiten.

Google auf der dmexco

Am ersten Tag gab es bereits elf Vorträge von Google. So sprach beispielsweise Jason Spero, Vice President Global Business bei Google, über die Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung im täglichen Leben aller Menschen Einzug hält. Das habe Google veranlasst, so Spero, mehr in Tools und Services für alltägliche Suchanfragen von Nutzern zu investieren, um Suchenden die besten Informationen zu liefern. In einer Zeit wie Corona, in der Leute viel häufiger unmittelbar Auskunft benötigten als zu anderen Zeiten, sei dies besonders wichtig.

Speros Vortrag beinhaltete Case Studies, die er anhand von Googles "Grow my Business" vorstellte: Dieses Tool wurde in der Corona-Hochphase oft von kleinen Einzelhändlern wie beispielsweise HeimatHund, einem Hundefachgeschäft, genutzt, welches seine Online-Präsenz aufgrund weggefallener Kundschaft ausbauen wollte. Google stellte neben diesem Service außerdem weitere Tools bereit, wie den "Pick-Up-Later-Button" in Google Shopping, bei dem Kunden angezeigt bekommen, dass ein Artikel momentan nicht verfügbar sei, sie diesen aber zu einem späteren Zeitpunkt abholen könnten.

Echtzeit-Informationen seit Corona wichtiger

Außerdem soll laut Spero "Google My Business" jetzt mehr Informationen liefern, um Suchenden mehr Auskunft über die jeweiligen Suchobjekte zu verschaffen. Echtzeit-Abfragen sind laut Spero in der Corona-Zeit sehr wichtig für "Googler" geworden. Diese wollten seit Corona lieber in den umliegenden Geschäften nahe ihres Wohnortes einkaufen gehen. Immerhin sei die Suchanfrage "In der Nähe" um Hundert Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland ist außerdem die Abfrage nach Öffnungszeiten mit dem genauen Keyword "Öffnungszeiten heute" stark gestiegen, auf 175 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neue Metriken von Google erschweren SEO

Auch Claneo konzentrierte sich ganz auf die Suchmaschine Google als wichtigen Kanal für den Online-Marketing-Mix. Denn über 72,5 Prozent von Internetnutzern sehen laut Statista Suchmaschinen als relevante Informationsquelle. "Auch wenn es Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok gibt, bleibt Google ein wichtiger Kanal", so der Mitgründer und Geschäftsführer von Claneo Matthäus Michalik.

Die Search-, Performance- und Content-Marketing-Agentur aus Berlin hat in ihrem Vortrag "State of the Art Search: SEO, SEA & Content Marketing - Strategie, Technik und Umsetzung" erklärt, was sich für SEO und SEA bei Google seit den neuen Metriken für eine bessere User Experience geändert hat. Mit der Beraterin für Digitales Marketing Lara Marie Massmann stellte er im Masterclass-Vortrag Strategien zur besseren Generierung von Traffic auf der eigenen Seite vor und Techniken, wie man basierend auf der Offpage- und Onpage-Optimierung der eigenen Webpage auf Google hoch ranken kann.

Nutzer häufiger mit Fragen im Web unterwegs

Sie gaben aber auch Anweisungen, wie man dem Customer selbst und seinen Bedürfnissen wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Denn heutzutage stünden bei der Google-Search-Optimierung Fragen und Probleme mehr im Fokus und weniger die Keywords. Daher mache es auch Sinn, sich beim SEO und SEA weg von Suchbegriffen zu bewegen und sich stattdessen lieber den Nutzerfragen zuzuwenden.

Guter Content einer Seite schaffe außerdem Backlinks, was wiederum zur Gewinnung auch von Neukunden führen kann. Entlang der Customer Journey könnten so Kundenwünsche nach dem AIDA-Prinzip gezielt adressiert werden.

Da sich Google immer weiterentwickelt, sind auch Umstellungen im SEA relevant. Zum Beispiel sind seit einigen Jahren Audiences und nicht mehr Keywords wichtig: Daher sollten SEA-Experten sich mehr auf die korrekte Wahl der Zielgruppen fokussieren. Lara Marie Massmann stellte danach ausführlich die Möglichkeiten beim Google Ads Targeting, beispielsweise im Bereich Display-, YouTube- und Gmail-Marketing vor.

Custom Affinity Targeting und Machine Learning als Google-Trends

Dabei werde das Retargeting wegen dem häufigen Wegfallen von Cookies immer schwerer. Als Lösung bietet Massmann Custom Affinity Targeting an und nennt einzelne Möglichkeiten, dieses umzusetzen. Dabei werden zum Beispiel Ähnlichkeiten beim Suchverhalten von verschiedenen Usern beobachtet und für das passgenaue Ausspielen von Werbecontent genutzt.

Als immer wichtiger werdender Trend im SEA stellte sie außerdem das Machine-Learning vor, durch das Google automatisierte Prozesse bereitstellt. Zum Beispiel Smart Displays. Dafür muss man allerdings Mindestanforderungen erfüllen wie einmal eine normale Kampagne mit einer bestimmten Anzahl an Conversions gelauncht haben.

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