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Lina Arnold
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Influencer Marketing Touch Point: So geht das mit der Werbung auf TikTok

Lina Arnold, Joli Berlin

Joli Berlin
Helmut van Rinsum Helmut van Rinsum 2 Minuten 35:13

Lina Arnold, Joli Berlin

Joli Berlin

TikTok hat seine ganz eigenen Gesetze. Das müssen Unternehmen wissen, wenn sie dort Influencer Marketing machen wollen. Eines lautet: Mach keine plumpe Werbung! Wer das nicht berücksichtigt, wird abgestraft. Ein Gespräch mit Lina Arnold von Joli Berlin.

Die Agentur Joli Berlin gilt als Shooting Star unter den Influencer Marketing-Agenturen. Sie wurde 2018 von Jonas Kunow und Lina Arnold gegründet und betreut Kunden wie Ahoji Brause, die Commerzbank oder Tiffany. Schon früh bezog die Agentur den aufstrebenden Kanal TikTok in ihre Influencer-Kampagnen mit ein. Was dazu führte, dass auch entsprechend früh entsprechendes Know-how aufgebaut werden konnte: Heute wird etwa die Hälfte der Aufträge über TikTok abgewickelt.
 
In Kundengesprächen muss Lina Arnold dabei immer wieder mit Vorurteilen aufräumen. Nein, die Zielgruppe von TikTok ist nicht so jung, wie viele glauben. Und nein, die Plattform eignet sich nicht nur für Lifestyle-Marken.

Was ebenfalls wichtig ist: Die Videos müssen speziell für den Kanal produziert werden. Sie dürfen gerne unprofessioneller sein, aber keinesfalls plumpe Werbung enthalten, denn das straft die Community sofort mit bösen Kommentaren ab.

Lina Arnold gibt zudem den Tipp, nicht auf organische Posts zu vertrauen. Denn wisse man nicht genau, welche Zielgruppe man damiot wirklich erreiche. Besser geht es über den AdManager, wo man die Ausspielung der Kurzvideos exakt aussteuern kann. Arnold: "Das wissen viele Brands immer noch nicht."

Wichtig bei TikTok: Content vor Personality

Eine weitere Anforderungen an die Kunden ist, so die TikTok-Expertin: "Pack Deine Idee in maximal 15 Sekunden." Das erfordere im Storytelling zwar ein Umdenken, aber die TikTok-User haben einfach wenig Geduld. "Wir empfehlen immer,  schon in den ersten Sekunden was Superspannendes zu haben, um die Community bei der Stange zu halten und die Watch Time zu verlängern." Der Lohn der Mühen: eine hohe Engagement-Rate bei - verglichen mit anderen Social-Media-Plattformen - niedrigen TKPs.

TikTok hat eben seine eigenen Gesetze und sei - verglichen mit Facebook, Instagram oder YouTube - eine "ganz neue Welt", erzählt Arnold im Podcast. "Die Art, wie Content funktioniert, ist eine ganz andere, aber auch die Art, wie die Community mit dem Content interagiert." So gilt bei TikTok beispielsweise das Gesetz: Content vor Personality. Ein Kurzvideo, das bei der Community nicht ankommt, wird zudem sofort abgestraft. Es wird vom Algorithmus depriorisiert, die Sichtbarkeit sinkt damit rapide ab.

Podcast:

Musik von FRAMETRAXX

Für den Podcast "Touch Point" der INTERNET WORLD treffen wir uns mit spannenden Menschen aus der Digitalbranche und beleuchten aktuelle Trends im Online-Handel.