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Spilka
Plattformen 17.03.2021
31:53
Plattformen 17.03.2021

Podcast-Episode Touch Point: Wie Second Hand den Modemarkt verändert

Mädchenflohmarkt
Lommer Ingrid Ingrid Lommer 2 Minuten 31:53
Mädchenflohmarkt

Die Second-Hand-Plattform Mädchenflohmarkt ist 2020 um 50 Prozent gewachsen - und steht damit exemplarisch für das digitale Revival einer altbekannten Idee, die jüngst viel Aufwind bekam. Co-Gründerin Maria Spilka sieht in der Mode aus 2. Hand revolutionäres Potenzial.

Rund 22 Milliarden Euro haben deutsche Online-Kunden 2020 für Second-Hand-Mode ausgegeben - in den nächsten zwei Jahren könnte diese Summe um rund 70 Prozent wachsen, schätzen Experten. Damit trotzt der Second-Hand-Markt der Corona-bedingten Mode-Flaute - und ist eindrucksvolles Anzeichen für ein sich wandelndes Konsumentenverhalten, meint Maria Spilka, Co-Gründerin der Second-Hand-Plattform Mädchenflohmarkt im INTERNET WORLD-Podcast "Touchpoint". 

Wachstum auf der Welle des Booms

Auch ihr Unternehmen hat vom Second-Hand-Aufwind kräftig profitiert: Mädchenflohmarkt wuchs 2020 um über 50 Prozent auf einen zweistelligen Millionenumsatz, bietet über eine Million gebrauchte Artikel von 15.000 Marken an und bedient 1,5 Millionen Nutzerinnen. Die Anstrengungen von klassischen Mode-Händlern wie Zalando oder H&M, die mit eigenen Initiativen versuchen, auf den Vintage-Zug aufzuspringen, sieht die Second-Hand-Pionierin gelassen. 

"Unser Ziel ist letztlich eine Revolution des Modehandels", so Spilka. "Und da wir ein immer noch kleines Start-up sind, schaffen wir das nicht allein. Deshalb freuen wir uns über jeden Player, der genauso wie wir an Second-Hand glaubt." Deshalb arbeitet Mädchenflohmarkt unter anderem mit eBay, About You und Breuninger zusammen. 

"Bei Kauf von neuer Mode ist es wie beim Kauf eines neuen Autos: Sobald man das Preisschild abgeschnitten hat, erfährt das Kleidungsstück einen enormen Wertverlust", sagt die Gründerin. "Verlängert man aber den Produktlebenszyklus durch den Second-Hand-Handel, ist der Wertverlust gar nicht mehr so hoch. Wenn man pfleglich mit seinen Sachen umgeht, wird der Modekauf fast zum Nullsummenspiel." 

Diesen Effekt würden vor allem die Generation Z und die Millenials für sich entdecken - und das hätte des Potenzial, den lang anhaltenden Trend zu einer immer noch größeren Überproduktion in immer noch mehr Kollektionen langfristig zu beenden.

Viele Experten geben Spilkas Vorstellung recht: Bis 2028 könnte der Markt für Second-Hand-Mode über 56 Milliarden Euro schwer sein, so Prognosen - Fast Fashion dagegen nur 40 Milliarden Euro. 

Podcast:

Musik von FRAMETRAXX

Im Podcast "Touch Point" der INTERNET WORLD treffen wir uns mit spannenden Köpfen aus der Digitalbranche und beleuchten aktuelle Trends im Online-Handel.

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