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Plattformen 01.10.2014
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IPO an Frankfurter Börse Zalando-Aktie über Ausgabepreis gestartet

Zalando.com
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Mit 24,10 Euro ist die Zalando-Aktie heute Morgen zwölf Prozent über dem Ausgabepreis gestartet. Zur Erstemission lieferte der Modehändler an der Börse eine große Schau.

Die Fassade der Frankfurter Börse war wie ein Paket des Händlers gestaltet. Zehn Schaufensterpuppen standen am Mittwoch im Eingang des Gebäudes, sechs Models liefen einmal um die Handelsschranke herum. Zalando ließ sich auch für das traditionelle Glockenläuten einen PR-Gag einfallen: Die Vorstände zauberten die Glocke aus einem Paket hervor. Das berichtet das Handelsblatt.

Der Ausgabepreis für die Aktie mit dem Kürzel ZAL hatte bei 21,50 Euro gelegen, also am oberen Ende der zurvor festgelegten Spanne von 18,00 bis 22,50 Euro. Am Morgen startete die Aktie mit 24,10 Euro in den Handel, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten.

Zalando wurde im Rahmen des IPO mit rund 5,35 Milliarden Euro bewertet, der Börsengang brachte dem Unternehmen 605 Millionen Euro ein. Rund 11,3 Prozent der Anteile werden damit an der Börse gehandelt. Das Angebot war mehr als zehnfach überzeichnet. 

Die bisherigen Eigentümer halten ihre Anteile. Das sind Verdere (Kinnevik Internet) mit 35,60 Prozent, Global Founders (der Fonds der Samwer-Brüder) mit 16,70 Prozent, Aktieselskabet (Anders Holch Povlsen) mit 10,48 Prozent, DST-Europe-Gesellschaften (Yuri Milner) mit 8,14 Prozent, Holtzbrinck Ventures mit 7,64 Prozent, TEV Global Invest (Tengelmann) mit 5,63 Prozent, AI European Holdings (Len Blavatnik) mit 3,58 Prozent. Weitere 12,23 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Zalando kann auf ein sehr erfolgreiches zweites Quartal und erstes Halbjahr 2014 zurückblicken (Vorjahresdaten siehe Statista-Grafik): Der Nettoumsatz auf Gruppenebene betrug im zweiten Quartal 546 Millionen Euro (plus 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), im ersten Halbjahr 1,047 Milliarden Euro (plus 29 Prozent).

Wichtiger als der Umsatz, dessen Wachstum sich Zalando in der Vergangenheit oft mit hohen Marketingausgaben erkauft hat, ist das Ergebnis. Und das lautet: profitabel! Das operative Ergebnis der Gruppe, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im zweiten Quartal bei 35 Millionen Euro, im ersten Halbjahr bei zwölf Millionen Euro. In den Vergleichszeiträumen des Vorjahres hatte Zalando Verluste in Höhe von 31 Millionen Euro beziehungsweise 72 Millionen Euro verbucht.

Jeder zweite Deutsche hat einer Umfrage von deals.com zufolge schon mal bei Zalando eingekauft (57 Prozent). Vor allem unter 30-Jährige sind Stammkäufer: Jeder Fünfte (21 Prozent) kauft regelmäßig  oder sogar ausschließlich dort ein - jeder Zehnte bezeichnet Zalando sogar als seinen Lieblings-Shop für Mode. Der Gratis-Versand und Rückversand gilt den befragten Online-Shoppern klar als der größte Vorteil (51 Prozent).An der Befragung nahmen rund 650 Personen aus.

Nicht nur Zalando, auch dessen Inkubator Rocket Internet will an die Börse. Seit Juli 2014 ist Rocket Internet eine Aktiengesellschaft - mit Oliver Samwer als CEO. Vom Gesamtvolumen sollen 24 Prozent der Aktien an neue Investoren gehen, Rocket Internet erwartet eigenen Angaben zufolge Bruttoerlöse von rund 1,5 Milliarden Euro. Der Inkubator wird somit mit rund 6,2 Milliarden Euro bewertet.

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