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Plattformen 09.01.2019
Pia-Poppenreiter
Plattformen 09.01.2019

Pia Poppenreiter

Ohlala.com: Sex als Plattform-Modell

Pia Poppenreiter hat Ohlala.com 2015 gegründet.

Ohlala.com

Pia Poppenreiter hat Ohlala.com 2015 gegründet.

Ohlala.com

Als Online-Plattform für "bezahlte Dates" trifft Ohlala.com auf steigendes Nutzerinteresse. Gründerin Pia Poppenreiter berichtet im Interview über die Entwicklung des Services.

Ohlala.com ist bereits das zweite Start-up im Erotikbereich, an dem Pia Poppenreiter beteiligt ist. Zuvor gründete die Wirtschaftsethik-Absolventin 2014 zusammen mit Florian Hackenberger Peppr. Das Unternehmen wollte einen Vermittlungsdienst für Escorts und Freier bieten. Doch statt des erhofften Erfolgs gab es bald Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gründern. 2015 stieg Poppenreiter bei Peppr aus und gründete mit Ohlala.com ihren eigenen Vermittlungsservice.

Drei Jahre später kommt das Unternehmen auf die Zahl von 120.000 Nutzern. Konkrete Angaben zu Umsatz und Gewinn macht die 31-jährige Gründerin nicht. Derzeit ist Poppenreiter außerdem mit Schreiben beschäftigt: 2019 will sie ein Buch über ihre Erfahrungen als Unternehmerin herausbringen. Im Interview gibt die Ohlala-Gründerin erste Einblicke.

Die Beschreibungen über Ohlala im Netz reichen von Dating App bis Escort-Plattform. Wir würden Sie den Service beschreiben?
Pia Poppenreiter:
Auf Ohlala.com kann man sein bezahltes Date suchen beziehungsweise finden. Dabei schlagen Nutzer ein konkretes Date vor. Angaben enthalten unter anderem Datum, Zeit, Ort, Budgettendenz und Erwartungshaltung. Diese Vorschläge kann man sich ansehen und sich bei Gefallen für das eine oder andere Date vorstellen. Was dann bei dem Date passiert, ist Privatsphäre.

Wer ist die jeweilige männliche und weibliche Zielgruppe, die Sie mit Ohlala ansprechen?
Poppenreiter:
Alle, die volljährig und auf der Suche nach einem Abenteuer sind.

Wie sind Sie auf die Idee zur Gründung von Ohlala gekommen?
Poppenreiter:
Viele Eindrücke haben mich inspiriert, Ohlala zu konzipieren. Ich wollte das Thema Richtung Zukunft denken. Dabei war der Ansatz: "Wie soll es sein, damit es gut ist - in 20 Jahren von heute."

Wie sieht das Geschäftsmodell hinter Ohlala aus? Und wie profitabel ist ­dieses?
Poppenreiter:
Ohlala verdient schon Geld, und zwar mit Ohlala-Coins. Diese kann man erwerben, um Chats aufzusperren. Aber keine Angst: Zu Beginn gibt es Gratis-Coins, um den Service zu testen.

Wo steht Ihr Unternehmen heute?
Poppenreiter:
Wir wachsen noch immer organisch und haben schon rund 120.000 Nutzer in Deutschland.

Im Bereich Erotik und Sexualität haben in den letzten Jahren eine Reihe von Start-ups versucht, mit einem modernen Image aus der Schmuddelecke zu kommen und damit vermehrt Frauen anzusprechen. Würden Sie Ohlala auch in diesem Zusammenhang sehen?
Poppenreiter:
Ja, auf jeden Fall. Ich begrüße auch die Initiative von jeglichen Start-ups, die Erotik oder Intimität wieder in den Mittelpunkt stellen. Ein gesundes, ausbalanciertes Sexleben ist wichtig.

Ohlala

Ohlala-Gründerin Poppenreiter: "Ob und inwieweit Ohlala ein Teil der Gig-Economy wird, wird sich in Zukunft herausstellen."

Ohlala

"Es gibt kein Leistungsversprechen"

Ohlala ist mit seinem Plattform-Modell mit Services wie zum Beispiel Uber oder Book-A-Tiger vergleichbar. Inwiefern unterscheidet sich Ohlala aufgrund des Charakters der angebotenen Dienstleistung von diesen Beispielen?
Poppenreiter:
Uber oder Book-A-Tiger sind viel mehr in den Prozess involviert, als Ohlala. Wir nehmen keinerlei Eingriff in die Anbahnung von Dates. Es gibt auch kein "Leistungsversprechen", was jemand zu erfüllen hätte. Die Nutzer verabreden sich selbstständig, ohne unser Zutun. Das ist ein wesentlicher und vor allem sehr wichtiger Unterschied.

Wird bezahlter Sex damit ähnlich anderen Dienstleistungen zu einem ganz normalen Teil der Gig Economy?
Poppenreiter:
Ob und inwieweit Ohlala ein Teil der Gig-Economy wird, wird sich in Zukunft herausstellen.

Im Sommer haben Sie angekündigt, einen Börsengang mit einem Volumen von 100 Millionen Euro anzustreben. Was waren dabei Ihre Ziele?
Poppenreiter:
Wir haben keinen IPO angestrebt, also kein Inital Public Offering. Wir haben angedacht, einen ICO zu machen, das ist ein Inital Coin Offering. Wir haben aber das Vorhaben wegen der aktuellen Marktdynamik und Entwicklung von dem noch sehr jungen Kryptoumfeld vorerst verschoben.

Sind die Anleger noch nicht reif für ein Erotik-Start-up wie Ohlala?
Poppenreiter:
Der Markt müsste sich zuerst professionalisieren, um eine realistische Chance für schon existierende Produkte beziehungsweise Unternehmen zu schaffen. Das beobachte ich gespannt, bin aber zuversichtlich, dass sich in diesem Bereich womöglich zwei bis drei spannende Dinge entwickeln können.

Was sind die nächsten Ziele, die Sie mit Ohlala anvisieren?
Poppenreiter:
Wir beschäftigen uns viel mit dem Thema Aufklärung, Information und Inspiration bei Ohlala. Dabei wollen wir nun unseren eigenen Content produzieren. Angefangen haben wir mit unserem Blog und einem eigenen Podcast "The Ohlala Podcast", der bereits im Dezember in die zweite Staffel geht.

Expo

Ohlala-Gründerin Pia Poppenreiter wird in der TrendArena der INTERNET WORLD EXPO am 12. März 2019 über ihre Erfahrungen sprechen. Weitere Infos über die INTERNET WORLD EXPO am 12. und 13. März 2019 in München gibt es unter www.internetworld-expo.de.

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